Zwei Drittel aller Online-Nutzer ordern Artikel über das Netz
Verkäufe übers Internet ziehen kräftig an

Die Zahl der Internet- Shopper nimmt in Deutschland rasant zu. Erklärten noch im Frühjahr 2001 lediglich 50 % der Web- Surfer, das Internet zum Einkaufen zu nutzen, ist deren Zahl inzwischen auf 68 % emporgeklettert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Fittkau & Maaß, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

DÜSSELDORF. Risiken gibt es für die Branche dennoch. „Das größte Problem liegt darin, dass Spam-E-Mails, Computer- Viren und Dialer Internet-Nutzer beim Einkaufen im Netz bremsen“, sagt Susanne Fittkau, die die Studie geleitet hat.

Als Marktführer im Online-Handel gilt Ebay. Über die weltgrößte Auktionsplattform im Internet wechselten allein im ersten Quartal Waren im Wert von 8 Mrd. $ den Besitzer. Dabei ist Deutschland der zweitgrößte Markt für die Internet-Erfolgsstory. Die gut 11 Mill. Nutzern verscherbelten hier zu Lande Artikel im Wert von 5 Mrd. Euro über die Plattform.

Auf kräftigem Wachstumskurs befindet sich ebenfalls Amazon.com. Der als Online-Buchhändler gestartete Internet-Versender versteht es geschickt, mit immer neuen Sortimenten die Nachfrage anzukurbeln. Er bietet seinen 30 Mill. Nutzern inzwischen selbst Gartengeräte. Die Strategie scheint aufzugehen. Der Umsatz legte im ersten Quartal um 41 % zu. Mit einem Netto-Ergebnis von 111 Mill. $ war es das dritte profitable Quartal in Folge.

Auch der Hamburger Versandhändler Otto konnte seine Internet-Verkäufe im vorigen Jahr um 24 % auf rund 2 Mrd. Euro steigern. Die von der Unternehmensspitze als „zukunftsträchtig und mittlerweile hochrentabel“ bezeichnete Sparte bestritt damit deutlich mehr als 10 % des Gesamtumsatzes der Otto- Gruppe. Auch die über die Internet-Seiten der Karstadt- Quelle AG abgewickelten Verkäufe legen kontinuierlich zu. Allein im ersten Quartal dieses Jahres betrug das Plus 13,5 %.

Tourismusgeschäft im Internet boomt

Die Marktforscher von Forrester Research prognostizieren für Deutschland bis 2009 ein E-Commerce- Wachstum von jährlich 32 % auf dann 43 Mrd. Euro. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) sieht im Internet einen stark wachsenden Verkaufskanal. Denn der „Netzumsatz“ der Branche konnte im vergangenen Jahr um 34 % auf 3,6 Mrd. Euro zulegen. Die Forscher von TNS Infratest und Enigma GfK schätzen, dass alleine im vorigen Jahr 23 Mill. Deutsche Lieferungen per Mausklick geordert haben.

Auch das Tourismusgeschäft im Internet boomt. Mehr als ein Viertel aller Internet-Nutzer mit Urlaubsplänen werde 2004 online buchen, heißt es in einer Umfrage des Forsa-Instituts. Europas größter Reisekonzern Tui geht davon aus, dass 2005 Urlaubs- und Geschäftsreisen im Wert von 28 Mrd. Euro über das Internet gebucht werden. „Während beratungsintensive Produkte wie die klassische Flugpauschalreise nach wie vor überwiegend im Reisebüro verkauft werden, nimmt der Vertrieb von Flugtickets über das Internet deutlich zu“, sagt Tui-Konzernchef Michael Frenzel.

Der Online-Verkauf gilt zudem als wichtiger Baustein in der Erfolgsstrategie der Billigflieger, weil sie damit Reisebüro-Provisionen in Millionenhöhe einsparen.

Um die Angriffe der Internet-Vertreiber abzuwehren, hat Tui in diesem Jahr bereits ein großes Hotelportal im Internet freigeschaltet, ein erstes Low-Cost-Reisebüro eröffnet und die Gründung eines virtuellen Reiseveranstalters bekannt gegeben. Unter der wieder belebten Veranstaltermarke Touropa sollen ab 2005 erstmals Reisen aus dem Tui-Konzern ohne Kataloge und ausschließlich per Internet zu tagesaktuellen Preisen verkauft werden. Für die rund 15 000 Reisebüros in Deutschland wird dieser Trend womöglich zur Existenzfrage.

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