Zweikampf
Aufspaltung von IAC rückt näher

US-Milliardär Barry Diller hat einen wichtigen Etappensieg im erbitterten Zweikampf um die Kontrolle des amerikanischen Internet-Konglomerats Interactive Corp. (IAC) errungen. Doch der Streit zwischen Dillon und John Malone, Chairman von Liberty Media und formell Mehrheitseigner von IAC, ist verzwickt. Nun rückt eine Aufspaltung des Konzerns näher.

NEW YORK. Zu dem Konzern gehören unter anderem der TV-Einkaufssender Homeshopping Network sowie zahlreiche Internet-Portale wie Ask.com, Ticketmaster.com oder Lending Tree. John Malone, Chairman von Liberty Media und formell Mehrheitseigner von IAC, ist vor Gericht mit seinem Plan gescheitert, seinen langjährigen Weggefährten und sechs weitere Boardmitglieder, darunter Diller-Ehefrau Diane von Fürstenberg, aus dem Unternehmen zu drängen.

Malone habe nicht aufzeigen können, dass Diller vertragliche Pflichten gegenüber Liberty Media verletzt habe, entschied ein Gericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Damit rückt eine Aufspaltung des Internet-Konzerns näher, die Diller gegen den Willen Malones durchziehen will.

Die Börse begrüßte den Gerichtsentscheid zugunsten von Diller. Aktien von IAC stiegen um fast zehn Prozent, nachdem sie in den vergangenen Monaten wegen des Tauziehens der widerspenstigen Ex-Freunde deutlich an Wert verloren hatte. "Das verringert die lähmende Unsicherheit", sagte Scott Kessler, Analyst der Ratingagentur Standard & Poor´s.

Die Lage im Hollywood-reifen Streit der beiden Medien-Milliardäre ist verzwickt: Diller verweist auf eine zeitlich unbefristete Vollmacht, den Internet-Konzern mit Hilfe der Stimmrechtsanteile von Liberty Media kontrollieren zu können. Sein langjähriger Geldgeber Malone versucht, diesen Vertrag aufzubrechen, kam damit aber bisher nicht durch. Malone besteht darauf, dass ihm in der aktuellen Konstellation ein Stimmanteil von 62 Prozent an IAC zusteht, obwohl seine Liberty Media nur 30 Prozent der Aktien hält.

Diese Strukturen wiederum bekämpft Diller, der als Chairman von IAC eine Aufspaltung des Konglomerats angekündigt hat und künftig ein Einfach-Stimmrecht pro Aktie durchsetzen will. Unter anderem sollen der TV-Sender Homeshopping Network, der Kartenhändler Ticketmaster.com sowie die Online-Hypothekenfirma Lending Tree ausgegliedert werden. Kommt Diller mit seinem Plan durch, wäre Malone dort faktisch entmachtet. Schon bei seinen früheren Stationen war Diller mit einem aggressiven Management-Stil aufgefallen: Einen Namen machte er sich als Retter der beiden Hollywood-Filmstudios Paramount und Twentieth Century Fox, die er jeweils über radikale Sparprogramme sanierte.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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