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Zweistufiges Anmeldesystem: Kim Dotcom will Twitter und Co. verklagen

Der umstrittene Internet-Unternehmer attackiert US-Internetunternehmen. Neu eingeführte Sicherheitsmaßnahmen von Twitter, Google oder Facebook seien seine Erfindung. Kim Dotcom erwägt rechtliche Schritte.

Kim Dotcom in Bildern Unternehmer. Provokateur. Krimineller?

Held oder Schurke? An Kim Dotcom scheiden sich die Geister. Sein Speicherdienst Megaupload lockte täglich Millionen von Nutzern, bis US-Behörden ihn schlossen. Hollywood und die Musikbranche halten ihn für einen Verbrecher, der mit illegalen Kopien reich wurde. Er selbst geriert sich als Kämpfer für die Freiheit des Internets und gegen „Copyright-Extremisten“. Wer sich im Internet umschaut – etwa bei Twitter –, weiß: Nicht wenige Nutzer kaufen ihm das ab.

Bild: Reuters

Wellington/San FranciscoDer von der US-Justiz wegen Urheberrechtsverstößen verfolgte deutsche Internet-Unternehmer Kim Dotcom wirft amerikanischen Internetgiganten nun selbst den Bruch seiner Urheberrechte vor. Er erwäge Schritte gegen Twitter, Google, Facebook und Co., weil diese von ihm erfundene Sicherheitsmaßnahmen nutzten, teilte er am Donnerstag mit. „Ich könnte sie anzeigen, wegen dem, was die USA gegen mich unternommen haben.“

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Kim Dotcom, der mit bürgerlichem Namen Kim Schmitz heißt, droht die Auslieferung aus Neuseeland an die USA. Er ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Die US-Behörden werfen ihm vor, mit seinem inzwischen abgeschalteten Onlinedienst Megaupload massiv von der Verbreitung illegaler Raubkopien profitiert zu haben.

Im Internet veröffentlichte er nun ein US-Patent aus dem Jahre 2000 für ein zweistufiges Authentifizierungsverfahren. Twitter hatte erst am Mittwoch bekanntgegeben, als Reaktion auf verheerende Hackerangriffe ein derartiges Verfahren einzuführen.

In den vergangenen Wochen hatten Hacker unter anderem die Twitter-Zugänge der Nachrichtenagenturen AFP und AP sowie der Zeitung „Financial Times“ geknackt. Auf einem gehackten AP-Account wurde die Meldung verbreitet, US-Präsident Barack Obama sei bei einem Anschlag verletzt worden. Das hatte zu heftigen Kursausschlägen an den Märkten geführt.

Kim Dotcom und die Schließung von Megaupload

  • Januar 2012

    19.1. Die US-Behörden werfen Megaupload massive Urheberrechtsverletzungen vor und veranlassen, dass die Website vom Netz genommen wird.

    20.1. Polizisten durchsuchen das Anwesen von Megaupload-Gründer Kim Dotcom (ehemals Kim Schmitz) in Coatesvilla nördlich der neuseeländischen Stadt Auckland und nehmen diesen, zwei weitere Deutsche und einen Niederländer fest. Die US-Justiz verlangt die Auslieferung der Beschuldigten. Beschlagnahmt werden Gegenstände und Geld im Wert von umgerechnet 3,7 Millionen Euro. Aus Protest legen Hacker aus dem Umfeld der Anonymous-Bewegung Webseiten des FBI, des US-Justizministeriums und der Musikindustrie lahm.

    21.1. Zollfahnder durchsuchen Büros und Luxushotels in Hongkong.

    25.1. Ein Richter in Wellington lehnt eine Freilassung Dotcoms gegen Zahlung einer Kaution ab und begründet dies mit erhöhter Fluchtgefahr.

    26.1. Zwei führende Mitarbeiter von Megaupload, ein Deutscher und ein Niederländer, kommen gegen Zahlung einer Kaution frei.

    30.1. Die US-Staatsanwaltschaft kündigt die Löschung der Megaupload-Daten in den Rechenzentren von IT-Dienstleistern an.

  • Februar 2012

    3.2. Ein Richter in Auckland bestätigt die Entscheidung, dass Dotcom weiter in Haft bleiben soll.

    15.2. Auch der zweite deutsche Megaupload-Mitarbeiter wird gegen Zahlung einer Kaution freigelassen.

    22.2. Kim Dotcom wird nach einmonatiger Haft gegen Zahlung einer Kaution freigelassen. Der Richter verhängt strenge Auflagen für einen Hausarrest.

  • März 2012

    22.3. Ein Richter räumt Dotcom die Möglichkeit ein, monatlich auf eine begrenzte Menge Geld aus seinem Vermögen zuzugreifen und erlaubt ihm die Nutzung eines Autos.

  • April 2012

    2.4. Die Bedingungen für den Hausarrest werden weiter gelockert, Dotcom darf nun auch wieder das Internet nutzen.

  • Juni 2012

    28.6. Das Oberste Gericht in Neuseeland erklärt die Razzia auf dem Megaupload-Anwesen für rechtswidrig. Der Durchsuchungsbeschluss gegen Dotcom sei zu allgemein formuliert und damit ungültig gewesen.

  • Juli 2012

    10.7. Die neuseeländische Justiz verschiebt den im August geplanten Termin für eine erste Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA auf 2013.

    18.7. Nach einer kritischen Äußerung zu den USA gibt der zuständige Richter im Auslieferungsverfahren, David Harvey, den Fall ab.

  • August 2012

    29.8. Dotcom erhält einen Teil seines konfiszierten Vermögens zurück.

  • September 2012

    25.9. Gerichtsdokumente belegen, dass Dotcom vor seiner Festnahme Ziel einer illegalen Abhöraktion des neuseeländischen Geheimdienstes GCSB war. Für den Einsatz gegen einen Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung gab es keine rechtliche Grundlage.

    27.9. Der neuseeländische Ministerpräsident John Key entschuldigt sich bei Dotcom wegen der illegalen Abhöraktion des Geheimdienstes.

    26.9. Dotcom kündigt in einem YouTube-Video einen neuartigen Internet-Musikdienst mit dem Namen Megabox an.

  • Dezember 2012

    6.12. Eine Richterin räumt Dotcom das Recht ein, den Geheimdienst wegen der illegalen Abhöraktion auf Schadenersatz zu verklagen.

Es werde ein zweistufiges Anmeldesystem eingeführt, teilte der Kurznachrichtendienst am Mittwoch in San Francisco mit. Jeder Nutzer erhalte die Möglichkeit, seinen Account neben einem Passwort mit einem Zugangscode ähnlich wie beim Onlinebanking zu sichern. Wer sich in einloggen will, soll künftig per SMS jeweils einen neuen Code zugeschickt bekommen, erklärte Jim O'Leary, zuständig für die Produktsicherheit bei Twitter. Er rief alle User aber auch auf, weiterhin ein starkes Passwort zu benutzen.

  • 23.05.2013, 15:15 UhrLebemann

    Unwahrscheinlich. Wäre sein Patent tatsächlich etwas wert, dann hätte er seine Patentrechte gegenüber den besagten und anderen Unternehmen schon frühzeitig geltend gemacht und sich seine „angebliche Erfindung“ rechtzeitig vergolden lassen. Kim Schmitz hat noch nie Gelegenheiten oder Geld verschenkt.

  • 23.05.2013, 12:32 Uhrwonderland666

    Falsch, er kann das Patent auch verkaufen und dann zerfleischen die sich gegenseitig. Von daher wäre ich Vorsichtig mit solchen Aussagen!

  • 23.05.2013, 10:49 UhrLebemann

    Alles nur ein Bluff. Patentstreitigkeiten dauern lange und sind sehr teuer. Herrn Schmitz fehlen bereits die finanziellen Mittel für seine Verteidigung. Was es ihn zusätzlich kosten würde, sich mit finanzstarken Gegnern wie Facebook, Google und Twitter anzulegen, steht in den Sternen. Wer Drohungen ausspricht, aber gleichzeitig um Geld bettelt, hat schon verloren.

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