Zweite Konzernzentrale
Deutsches Glas für Apples Fassade

Die endgültige Entscheidung steht kurz bevor. Bald darf Apple im kalifornischen Cupertino einen zweiten Campus hochziehen – 300 Ladestationen für Elektroautos und sechs Kilometer gekrümmte Glaselemente inklusive.
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San FranciscoDas Raumschiff ist im Landeanflug: Am 19. November wird die Stadt Cupertino in einer letzten, entscheidenden Abstimmung mit hoher Wahrscheinlichkeit das gigantischste Bauvorhaben in der Geschichte der kalifornischen Kleinstadt absegnen. Dann beginnt die heiße Phase des neuen Apple-Hauptquartiers. Rund 13000 Mitarbeiter werden ab 2016 dann in einem futuristischen Komplex auf rund 260.000 Quadratmetern Bürofläche die Kultprodukte entwickeln, die Apples Zukunft sichern sollen. Seit dieser Woche gibt es erstmals auch Bilder, wie künftig das Innere des Gebäude aussehen wird.

Die einen nennen es UFO, die anderen Donut. Auf jeden Fall wird es eins sein: ein monumentales, Denkmal für seinen Erbauer Steve Jobs und seine Visionen. Von der Straße aus wird der kreisrunde Ring mit dem großen begrünten Innenhof allerdings kaum sichtbar sein. Erst wenn man sich durch einen Wald aus 7.000 Bäumen hindurchgearbeitet hat, eröffnet sich der Blick auf den viergeschossigen Hauptkomplex mit den umlaufenden, raumhohen Glasfassade.

Große Reisebusse in unscheinbarem Grau und ohne jede Kennzeichnung spucken jeden Morgen tausende Mitarbeiter aus, die sie zuvor in allen Teilen des Silicon Valleys eingesammelt haben. Bereits heute nutzen 28 Prozent aller Mitarbeiter diesen kostenlosen Service, Ziel ist es, die Akzeptanz auf 34 Prozent zu erhöhen. Von einem eigenen Busbahnhof der jeder Kleinstadt zur Ehre gereichen würde, „Transitcenter“ genannt, geht es dann weiter zum Ring.

In den riesigen unter- und oberirdischen Parkhäusern stehen 300 Elektroladestationen für die vielen Tesla-Luxuslimousinen der Ingenieure bereit, die erwartet werden. Reicht das nicht aus, sorgen eigene Parkwächter dafür, dass über den Tag kontinuierlich geladene Fahrzeuge umgeparkt und andere angeflanscht werden.

Das iPhone 10 wird dann nicht mehr in San Francisco vorgestellt werden, sondern in einem unterirdischen Auditorium, hermetisch abgeschottet von der eigentlichen Wagenburg des Hauptgebäudes, in das niemand ohne Genehmigung hineinkommt. Etwas abseits, inmitten der parkähnlichen Landschaft, das Fitnesszentrum für die Mitarbeiter.

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  • Absolut. In der Tat ein dummer Schnitzer. Es sind 260.000 qm. Besten Dank, wird korrigiert.

  • ca. 5 Mitarbeiter pro qm
    stapeln?

  • Das Geld sollte lieber in eine eigene Produktion investiert werden welche den Angestellten ein menschenwürdiges Arbeitsumfeld ermöglicht.
    Outsourcing befreit nicht vom Vorwurf der modernen "Sklaverei". Wer sich einmal näher mit Foxconn und Co. beschäftigt hat jetzt noch einen Grund mehr diesen Wahnsinn nicht zu unterstützen.

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