Zweiter Versuch mit Kinder-TV
Viacom bringt Nick ins Spiel

Wegen zu geringer Publikumsresonanz und zu bescheidener Erlöse wurde der Kinderfernsehsender Nickelodeon am 29. Mai 1998 geschlossen.

HB HAMBURG/BERLIN. Geschäftsführer Christophe Erbes hatte sein Büro innerhalb kürzester Zeit zu verlassen. In der Folge teilten sich Super RTL und der ARD/ZDF- Kinderkanal den Markt im frei empfangbaren Fernsehen. Das könnte sich jetzt wieder ändern. Und verantwortlich dafür wäre Viacom.

Denn am Montag um sechs Uhr früh startet der neue, in Berlin ansässige Kindersender Nick auf der ehemaligen Frequenz des Musikkanals MTV2 Pop, den Viacom nach dem Erwerb der Konkurrenz Viva stillgelegt hat. Die Voraussetzungen, jetzt mit Kinder-TV mehr Erfolg als 1998 zu haben, beurteilt Programmdirektor Markus Andorfer als besser denn je. „Das Problem von Nickelodeon war vor sieben Jahren nicht das Programm, sondern die Verbreitung und der Verkauf“, sagt der 36-jährige Österreicher.

Heute verfüge Nick vom Start weg über 83 % technischer Reichweite. Der Werbezeitenverkauf verlaufe, eingebettet ins erfahrene Verkaufsteam von Viacom Brand Solutions, das auch für die Vermarktung von MTV, Viva und Viva Plus zuständig ist, deutlich professioneller. In der Kinderwelt habe sich auch viel getan. Trotz eines schlechteren ökonomischen Umfelds habe sich das Budget jedes Kindes erhöht. Kurzum: Ideale Voraussetzungen, um Trickfilmorgien aus „Spongebob“, „Jimmy Neutron“, „Dora“, „Rugrats“ und „Blue's Clues“ zu servieren - alles Lizenzware aus eigenen Archiven, angereichert mit dem einen oder anderen Ankauf, zum Beispiel dem „Forscherexpress“ aus Österreich.

Als Ziel hat sich Andorfer gesetzt, im ersten Jahr (also 2006) fünf Prozent Marktanteil unter den drei- bis 13-jährigen Zuschauern zu erreichern, im zweiten Jahr zehn Prozent. „Zu wenig“, argwöhnte Super-RTL-Senderchef Claude Schmit, um bei der werbetreibenden Wirtschaft die Türen nachhaltig aufzustoßen. Super RTL erreicht an die 29 %, der Kinderkanal etwa 16 %. Und die Konkurrenz schläft nicht. Denn kaum gibt es etwas günstigere Umsatzprognosen, machen sich schon andere auf dem Markt breit. Cartoon Network nistete sich am Samstagvormittag in das Programm von Kabel 1 ein. Im digitalen TV wimmelt es von werbefreien Angeboten wie Jetix oder Disney.

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