Zweites Quartal
Intel leidet unter Preiskampf

Im ewigen Kampf mit seinem Konkurrenten AMD hat Intel in den vergangenen drei Monaten einiges an Boden gut gemacht. Dennoch waren die Börsianer wenig begeistert von dem Zahlenwerk, das der weltgrößte Chip-Hersteller präsentierte. Trotz eines Gewinn- und Umsatzanstiegs verlor die Aktie. Das hat einen guten Grund.

HB SAN FRANCISCO. Das Nettoergebnis stieg im zweiten Quartal von 885 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,3 Mrd. Dollar, wie Intel am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 22 Cent. Ohne einen steuerlichen Sondereffekt betrug das Ergebnis aber nur 19 Cent pro Anteilsschein; Analysten hatten im Schnitt genau diesen Wert erwartet. Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar zu, was etwas über den Markterwartungen lag.

Die Bruttogewinnmarge betrug 46,9 Prozent und lag damit unter Intels eigener Prognose von 48 Prozent. „Wir haben einen größeren Preisdruck erlebt und das hat die Marge um einen Punkt nach unten gedrückt“, erklärte Intel-Finanzchef Andy Bryant. Die Aktien fiel wegen dieses Eingeständnisses im nachbörslichen Handel um fast 5 Prozent auf 25,05 Dollar. „Die mäßigen Margen bei Intel haben zu einer gewissen Enttäuschung bei jenen Anlegern geführt, die ein Superwachstum erwartet hatten“, sagte Analyst Tom Sosnoff.

Intel hatte zuletzt dank neuer Prozessoren mit mehreren Rechenkernen und Preissenkungen Marktanteile von seinem Erzrivalen AMD zurückgewonnen. Doch gerade die Verbilligung der Chips drückte dann letztlich auf die Marge. Außerdem war die Nachfrage nach Flash-Chips, wie sie etwa in Digitalkameras zur Datenspeicherung eingesetzt werden, geringer als erwartet.

Intel erwartet für das dritte Quartal einen weiter steigenden Umsatz von 9 bis 9,6 Mrd. Dollar und eine ebenfalls höhere Bruttogewinnmarge von rund 52 Prozent. Intel-Konzernchef Paul Otellini verwies darauf, dass bereits im abgelaufenen Quartal der Gewinnanstieg stärker ausgefallen ist als der Umsatzzuwachs.

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