Zwielichtige Geschäfte beim Börsengang
Steuerfahnder durchleuchten Infineon-Börsengang

Nicht genug, dass Infineon gerade von einem Schmiergeldskandal und Protesten gegen die Schließung des Münchener Werks erschüttert wird. Jetzt soll es auch noch Mauscheleien beim Börsengang im Jahr 2000 gegeben haben.

HB MÜNCHEN. Die Finanzbehörden haben nach einem Zeitungsbericht die Ermittlungen aufgenommen. Hintergrund ist offenbar der Verdacht, dass Vorstandsmitglieder sich über Treuhänder mehr Aktien gesichert haben als intern für das Management reserviert worden waren. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagausgabe. Der Fiskus untersucht nun, ob im Rahmen der Treuhänder-Modelle möglicherweise Steuern hinterzogen worden seien. Die Finanzbehörden hätten dazu bereits im vergangenen Dezember die Zentralen von Infineon und des Großaktionärs und ehemaligen Mutterkonzerns Siemens durchsucht.

Beide Unternehmen bestätigten die Ermittlungen auf Anfrage der Zeitung. Gegenstand der Prüfung sei das so genannte „Friends & Family“-Programm von Infineon beim Börsengang im März 2000, teilten Siemens und Infineon mit. Möglicherweise handelt es sich laut "Süddeutscher Zeitung" noch um allgemeine Ermittlungen, die sich bislang nicht gegen einzelne Personen richten.

Vorstand und Aufsichtsrat von Infineon hatten laut dem Bericht unter dem Titel „Friends & Family“ einen Teil der Aktien für Manager und für Geschäftsfreunde reserviert. Für die Vorstände und deren Familien waren allerdings enge Höchstgrenzen festgelegt worden, wie der heutige Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley auf Anfrage mitteilte.

Aus Konzernkreisen verlaute, der frühere Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher habe sich über Treuhänder den Zugriff auf mehr Aktien gesichert als ihm zugestanden hätten. Nach Informationen der Zeitung handele es sich bei einem der Treuhänder um Infineon- Vorstand Peter Bauer, der etwa die Hälfte seines ihm zugeteilten Aktienpaketes nicht für sich, sondern für die Familie Schumacher gehalten habe. Bauer habe das ihm zugeteilte Kontingent selbst nicht voll ausschöpfen wollen und den Rest an die Schumachers abgetreten. Er soll auf seinen Namen Aktien für insgesamt etwa 1 Millionen Euro erworben haben.

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