Zwischenbilanz
Bertelsmann profitiert von Werbung und Zukäufen

Weil es mit der Werbung momentan brummt, hat der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann in den ersten neun Monaten bei Umsatz und operativem Ergebnis zugelegt. Allerdings hat eine „Normalisierung“ der Steuerlast den Gewinn unterm Strich abschmelzen lassen.

HB FRANKFURT. Der Umsatz des Unternehmens, zu dem unter anderem die RTL-Gruppe gehört, stieg in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent auf 13,5 Mrd. Euro, wie Bertelsmann am Mittwoch mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen legte um 8 Prozent auf 982 Mill. Euro zu.

Der Konzerngewinn schrumpfte im Jahresvergleich jedoch deutlich von 566 auf 362 Mill. Euro, was der Konzern vor allem mit Steuereffekten begründeten. Bertelsmann verwies zudem auf negative Sondereinflüsse von 56 Mill. Euro. Darin enthalten sei der Aufwand für einen Vergleich über die Musiktauschbörse Napster. Die Gütersloher hatten 60 Mill. Dollar an ihren Konkurrenten Universal Music gezahlt, um einem Prozess um Urheberrechte aus dem Weg zu gehen.

„Für das Gesamtjahr erwarten wir unverändert eine knapp zehnprozentige operative Ergebnissteigerung“, sagte Finanzvorstand Thomas Rabe. Der Konzerngewinn werde signifikant über dem Vorjahresniveau liegen. Der Umsatz soll nach früheren Angaben um 10 Prozent steigen, die Umsatzrendite demnach bei 9 und 2007 bei 10 Prozent liegen.

Von Januar bis September des Jahres profitierte Bertelsmann vom operativen Geschäft wie auch von seinen Zukäufen: 2005 hatte Bertelsmann den britischen Fernsehsender Five übernommen, den DVD-Versender Columbia House gekauft und die Mehrheit an dem „Auto Motor und Sport“-Verleger Motor-Presse Stuttgart übernommen.

>ktienrückkauf treibt Schulden hoch

Nachdem die Familie Mohn einen Börsengang des von ihr kontrollierten Medienkonzerns mit hohem Kapitaleinsatz verhindert hatte, hatte Bertelsmann eine Expansionspause angekündigt und will sich zunächst auf den Schuldenabbau konzentrieren. Das Gütersloher Unternehmen hatte im Frühjahr für 4,5 Mrd. Euro ein Viertel seiner eigenen Aktien von der Groupe Bruxelles Lambert zurückgekauft, um einen Börsengang zu verhindern. Die Schulden stiegen dadurch bis Ende September auf rund 8,9 Mrd. Euro. „Damit haben wir den Höhepunkt erreicht“, sagte Rabe. Bereits zum Jahresende werde die Verschuldung deutlich geringer sein.

Finanziert wurde der Aktienrückkauf über einen Kredit. Dieser soll aus dem laufenden Geschäft sowie dem Verkauf des Musikverlags BMG Music Publishing für 1,63 Mrd. Euro an das französische Medienunternehmen Vivendi getilgt werden. Dieser muss aber noch genehmigt werden. Mit dem Geld rechnet Bertelsmann bis Jahresende.

Ende 2007 will der Konzern seine internen Finanzierungsziele wieder erreicht haben: Die Finanzschulden sollen dann das 2,3fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) betragen.

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