Zwischenbilanz
Deutsche machen Telekom zu schaffen

Das erste Quartal verlief für die ohnehin arg gebeutelte Deutsche Telekom so wie befürchtet: Die deutschen Festnetz-Kunden sind scharenweise weggelaufen, der Gewinn ist eingebrochen. Aus Frankreich hat sich der Konzern nach einem missglückten Internet-Experiment zurückgezogen. In der Zwischenbilanz gibt es allerdings auch kleine Lichtblicke.

HB BONN. Das Festnetz- und Breitbandgeschäft und die Geschäftskundensparte verzeichneten beim operativen Gewinn deutliche Einbußen, und auch das Mobilfunkgeschäft in Deutschland ging zurück. Wie die Telekom am Donnerstag in Bonn mitteilte, sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Konzern um 5,8 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro.

Unter dem Strich erzielte Europas größter Telekommunikationskonzern einen Überschuss von 459 Mill. Euro, das entspricht einem Rückgang von 58 Prozent. Bereinigt um außerordentliche Faktoren ergaben sich 563 Mill. Euro, was immer noch ein Minus von 42 macht.

Der Konzernumsatz stieg dagegen um 4,1 Prozent auf 15,5 Mrd. Euro, jedoch allein getrieben vom Auslandsgeschäft. Im Inland gingen die Erlöse um 5 Prozent zurück, während die Telekom im Ausland erneut um fast 16 Prozent wuchs. Die Telekom ist vor allem auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt stark. Dieser hatte sich schon in der Vergangenheit als Wachstumstreiber erwiesen. Mittlerweile macht die Telekom im Ausland knapp die Hälfte ihres Geschäfts.

Als Schwachstelle erwies sich weiter das Festnetzgeschäft, wo der Außenumsatz um 4 Prozent und das Betriebsergebnis um 18 Prozent schrumpften. Der Rückgang bei den normalen Telefonleitungen ging beschleunigt weiter. 588 000 Kunden kehrten der Telekom im Startquartal den Rücken. Sie wechselten zu Wettbewerbern oder verzichteten ganz auf ein Festnetz-Telefon und telefonierten stattdessen mobil oder übers Internet.

Auf der anderen Seite kamen im wichtigen Breitbandgeschäft in Deutschland rund 570 000 DSL-Nutzer hinzu, die das Unternehmen selbst gewann. Das Resale-Geschäft, also der Weiterverkauf von DSL-Leitungen der Telekom durch andere Anbieter, habe demgegenüber weiter an Dynamik verloren, teilte der Konzern mit. Hier stieg die Zahl der Anschlüsse in den ersten drei Monaten um 213 000.

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