Zwischenbilanz
Handy-Tochter stützt Ericsson

Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal unerwartet viel verdient. Das lag nicht zuletzt am Scheck, den der Handy-Hersteller Sony-Ericsson geschickt hatte. Doch gerade die Abhängigkeit von der Tochter bemängeln Analysten.

HB STOCKHOLM. Der Vorsteuergewinn belaufe sich auf 8,3 Mrd. schwedische Kronen (rund 0,9 Mrd. Euro), teilte Ericsson am Freitag in Stockholm mit. Branchenexperten hatten im Schnitt nur mit knapp 8 Mrd. Kronen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch 8,49 Mrd. Kronen verdient. Seinen Umsatz bezifferte der Konzern mit 44,2 Mrd. Kronen; er fiel damit etwas geringer aus als erwartet.

Zu dem Gewinn trug unter anderem das Gemeinschaftsunternehmen Sony-Ericsson bei. Der fünftgrößte Handyhersteller hatte im zweiten Quartal seinen Vorsteuergewinn nach Angaben von vergangener Woche mehr als verdoppelt. Branchenexperte Erkki Vesola von Mandatum Stockbrokers bemängelte aber, dass Ericsson für seinen Gewinn immer deutlicher von Randgeschäften wie SonyEricsson abhänge. Auch der unerwartet schwache Umsatz werde die Aktie unter Druck setzen, fügte er hinzu.

Marconi-Kauf belastet, Rüstungssparten-Verkauf hilft

Auch die Übernahme von Marconi hat Ericsson im abgelaufenen Quartal belastet. Ericsson hatte nach dem Kauf im vergangenen Herbst einen Umbau des Geschäfts angekündigt, wodurch das Ergebnis geschmälert werde. Im zweiten Quartal belief sich der operative Verlust von Marconi auf 0,2 Mrd. Kronen. Über die Integration der Gesellschaft äußerte sich Vorstandschef Svanberg zufrieden: Die Kosteneinsparungen sollten wie geplant bis Ende kommenden Jahres erzielt werden. Nachdem im zweiten Quartal 1 000 Stellen abgebaut worden waren, sollen im laufenden Jahresviertel weitere 600 folgen.

Im abgelaufenen Quartal kündigte Ericsson den Verkauf seiner Rüstungssparte an Saab an. Der Buchgewinn von 3 Mrd. Kronen soll die Belastungen durch die Integration von Marconi im laufenden Jahr ausgleichen. Mit dem Kauf seines britischen Konkurrenten läutete Ericsson die Konsolidierung der Telekomausrüster-Branche ein. So fusionierten Alcatel mit Lucent und Siemens und Nokia bündelten ihr Netzwerkgeschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen.

Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Markt für Mobilfunk-Infrastruktur auf Dollar-Basis moderat zulegen

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