Zwischenbilanz
IBM-Zahlen lassen den Markt aufatmen

IBM konnte im zweiten Quartal trotz eines gesunkenen Umsatzes seinen Gewinn merklich steigern. Das lag aber weniger am gut laufenden Geschäft, sondern eher an Einsparungen durch Stellenstreichungen und am Verkauf der unprofitablen Computersparte, die das Vorjahresergebnis gedrückt hatte. Dennoch: Analysten sehen die IBM-Zahlen als Erleichterung für den Markt.

HB SAN FRANCISCO. Der Nettogewinn bei IBM stieg im zweiten Quartal um rund 10 Prozent auf 2,02 Mrd. Dollar oder 1,30 Dollar je Aktie. Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von nur 1,29 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz ging indes um knapp 2 Prozent auf 21,9 Mrd. Dollar zurück und traf damit die Erwartungen punktgenau. Klammert man das PC-Geschäft in der Vorjahresvergleichszeit aus, gab es einen Umsatzanstieg von 1 Prozent.

IBM-Konzernchef Samuel J. Palmisano hob das starke Softwaregeschäft hervor. Das Großrechnergeschäft ist nach seinen Angaben ebenfalls wieder in Form. Im wichtigen Dienstleistungsgeschäft habe es verbesserte Margen gegeben.

Der Gewinn hatte bereits im Gesamtjahr 2005 zugelegt, nachdem IBM seine Kosten durch den Abbau von 16 000 Arbeitsplätzen gesenkt hatte. Dies hatte im vergangenen Jahr 500 Mill. Dollar eingespart; für 2006 werden 1,6 Mrd. Dollar erwartet. Zudem hatte sich das Unternehmen auf eher kleinere Geschäfte mit Dienstleistungen und Beratungsverträgen konzentriert, die viel Gewinn abwerfen. Beides trägt inzwischen die Hälfte des IBM-Umsatzes.

Die IBM-Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen nachbörslich zu. „Technologie-Papiere stehen unter enormen Druck und die Nachrichten von IBM sind eine willkommene Erleichterung in der bislang eher schwierigen Berichtssaison“, sagte Herb Kurlan, Präsident der Brokerfirma Vtrader Pro. „Dies kann dem breiten Markt zu einer Rallye auf festen Füßen verhelfen, nachdem es bislang eher Strohfeuer gegeben hat.“ Das einstige Kerngeschäft mit Personalcomputern macht seit dem Verkauf der verlustträchtigen Sparte an die chinesische Lenovo nur noch einen kleineren Teil des IBM-Umsatzes aus.

Weniger Dienstleistung-Verträge

Die Einsparungen aus dem Stellenabbau hat IBM zum Teil in die Entwicklung anderer Sparten investiert, etwa in den Software-Bereich. Dort ist der Umsatz im abgelaufenen Quartal um 5 Prozent auf 4,24 Mrd. Dollar gestiegen. Der Hardware-Umsatz fiel im April-Juni-Abschnitt um 3 Prozent auf 5,1 Mrd. Dollar und stieg unter Ausklammerung der PC-Umsätze aus dem Vorjahr um 3 Prozent.

Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum unterzeichnete IBM Dienstleistungs-Verträge im Volumen von 9,6 Mrd. Dollar nach 14,6 Mrd. Dollar vor Jahresfrist. Grund dafür sei, dass die Kunden derzeit weniger Projekte an Dritte auslagern würden, hieß es. Insgesamt sank der Umsatz der Sparte Dienstleistung um 1 Prozent auf 11,9 Mrd. Dollar. IBM hatte am Quartalsende bei seiner größten Sparte einen Auftragsbestand von 109 Mrd. Dollar.

IBM legte in Nord- und Südamerika um 1 Prozent auf 9,5 Mrd. Dollar Umsatz zu. In der Region Europa/Naher Osten/Afrika fiel der Umsatz um 4 Prozent auf 7,2 Mrd. Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum um 9 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar. Im Geschäft mit anderen Herstellern erhöhte IBM seinen Umsatz um 34 Prozent auf 939 Mill. Dollar.

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