Zwischenbilanz
Premiere schreibt tiefrote Zahlen

Der Bezahlfernsehsender Premiere hat im ersten Quartal deutlich verloren – bei der Kundenzahl und beim Ergebnis. Das Minus lag viermal höher als erwartet. Die Unternehmensführung übt sich dennoch in Optimismus, auch bei den verlorenen Bundesliga-Rechten. Der Plan B hat aber einige Schönheitsfehler.

HB MÜNCHEN. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrage 9,5 Mill. Euro nach 22,7 Mill. ein Jahr zuvor, teilte Premiere am Donnerstag mit. Unter dem Strich weitete Premiere den Verlust von 3,4 auf 18,3 Mill. Euro aus. Damit lag Premiere deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem Ebitda von 17,2 Mill. Euro und mit einem Konzernverlust von 4,7 Mill. Euro gerechnet hatten. Premiere begründete das schlechte Abschneiden vor allem mit gestiegenen Kosten etwa wegen des Erwerbs ausländischer Fußballrechte. Der Umsatz kletterte von 247 auf 273 Mill. Euro.

Nach dem Verlust der exklusiven Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ab der kommenden Saison an den Sportrechtevermarkter Arena ging die Abonnentenzahl per Ende März auf 3,522 Mill. zurück. Ende 2005 hatte sie noch bei 3,566 Mill. gelegen. Die Kündigungsquote erhöhte sich von 13,8 auf 15,1 Prozent.

Premiere-Chef Georg Kofler sieht dennoch Chancen, mit einem neuen Partner als Lizenzgeber ab der kommenden Saison die Bundesliga live zu zeigen. „Wir sind heute sehr zuversichtlich, dass Premiere auch ab August Bundesliga live präsentieren kann“, sagte er. Weitere Einzelheiten dazu sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Ein Bündnis mit der Telekom-Tochter T-Online nehme immer konkretere Formen an, hieß es am Donnerstag aus Branchenkreisen. Allerdings dürfte zunächst nur ein kleiner Teil der 3,5 Millionen Kunden von Premiere Zugang zu den Spielen haben. Neben dem neuen Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz der Telekom (VDSL) würden derzeit auch andere Vertriebskanäle diskutiert.

Die Telekom, die die Internetrechte an der Bundesliga hält, hatte sich zuletzt mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die Nutzung der Rechte gestritten. Unklar ist, auf welchen technischen Wegen die Telekom ihre im Dezember erworbenen Rechte nutzen und inwiefern Premiere daran beteiligt werden darf.

DFL-Präsident Werner Hackmann hatte allerdings klargestellt, dass andere Übertragungsmöglichkeiten wie Internet-Fernsehen über Satellit für die DFL nicht akzeptabel wären: „Das würde bedeuten, dass man nicht mal Telekom-Kunde sein müsste, um die die Bilder zu empfangen. Die Telekom darf die Bundesliga komplett live im Internet über ihre T-Online-Plattform zeigen. In diesem Geist sind die Verträge geschlossen worden. Aber eines ist auch klar: Wir dulden nicht, dass unser Pay-TV-Partner Arena geschwächt wird. Im Extremfall könnte die Telekom die Internet-Rechte wieder verlieren.“

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