Zwischenbilanz
SAP leidet unter dem Euro

Der starke Euro hat dem Walldorfer Software-Hersteller SAP im ersten Quartal kräftig zugesetzt. Der Gewinn des Unternehmens, das große Teile seines Geschäfts im Ausland macht, wuchs weniger stark als erhofft. Dennoch können sich die Zahlen durchaus sehen lassen.

HB STUTTGART. Der Weltmarktführers für Unternehmenssoftware teilte am Freitag in Walldorf bei Heidelberg mit, der Umsatz habe um 6 Prozent auf 2,17 Mrd. Euro zugelegt. Beim viel beachteten Lizenzumsatz konnte SAP im ersten Quartal um 10 Prozent auf 563 Mill. Euro zulegen, was die Analystenprognosen leicht übertraf. Währungsbereinigt sei dies ein Plus von 16 Prozent gewesen, teilte SAP weiter mit.

Der operative Gewinn stieg um 6 Prozent auf 433 Mill. Euro. Damit verharrte die operative Gewinnmarge bei 20 Prozent. Die Analysten hatten dem Unternehmen einen Zuwachs auf 448 Mill. Euro zugetraut. Unterm Strich kam ein Plus von 10 Prozent auf 310 Mill. Euro heraus.

SAP-Chef Henning Kagermann äußerte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im zurückliegenden Quartal, das traditionell schwach ist. „Wir haben ein kräftiges Wachstum verzeichnet und in allen Verkaufsregionen weltweit zweistellige Zuwachsraten erzielt“, sagte Kagermann mit Blick auf die von Wechselkurseffekten bereinigten Erlössteigerungen. Der weltweite Marktanteil sei erneut gestiegen und habe Ende des ersten Quartals bei 25,1 Prozent gelegen. Hauptkonkurrent der Walldorfer ist der US-Konzern Oracle, der seit Jahren mit milliardenschweren Zukäufen versucht, SAP zu übertrumpfen. Bislang erfolglos.

Für das Gesamtjahr bekräftigte SAP seine bisherigen Erwartungen. Das 1972 gegründete Software-Unternehmen geht von einem wechselkursbereinigten Erlösanstieg durch Software-Verkäufe und Software-bezogene Dienstleistungen um 12 bis 14 Prozent aus. Um zusätzliche Marktchancen in neuen, noch unberührten Segmenten im Mittelstand zu erschließen, will das Unternehmen über den Zeitraum von zwei Jahren 300 bis 400 Mill. zusätzlich investieren.

In ersten Einschätzungen zeigten sich die Börsianer zurückhaltend zu den Zahlen und dem Ausblick von SAP. „Fast alle Kennziffern haben die Konsensprognosen getroffen oder liegen zumindest nahe dran“, stellte ein Händler fest. Es fehle jedoch ein wirklicher Kurstreiber. Den konservativen Ausblick habe SAP in allen Punkten bestätigt, hier gebe es folglich auch keinen Impuls. Ein „kleines positives Zeichen“ sei, dass die stark beachteten Software-Erlöse leicht über dem Konsens lägen. Dem stehe jedoch ein unter der Konsensschätzung ausgefallener operativer Gewinn gegenüber. „Ich sehe die Aktie leicht nachgeben nach der starken Erholung von gestern“, vermutet ein Händler. Die Deutsche Bank ließ ihr Kursziel unverändert bei 50 Euro; aktuell pendelt der Kurs um 36 Euro.

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