Zwischenbilanz
SAP verdient gutes Geld

In der vergangenen Woche hatte SAP die Märkte geschockt: Die Walldorfer hatten weniger Software-Lizenzen verkauft als erwartet. Nun könnte das Unternehmen die Börsianer wieder etwas besänftigen: mit Zahlen zum Überschuss im zweiten Quartal.

HB NEW YORK. SAP teilte bei der Vorlage des vollständigen Quartalsberichts am Donnerstag mit, der Überschuss sei um 43 Prozent auf 414 Mill. Euro geklettert. Damit übertraf SAP die Erwartungen der Analysten, die zuletzt im Schnitt mit einem Konzernergebnis von lediglich 359 Mill. Euro gerechnet hatten. SAP profitierte dabei von einer Einigung mit den Steuerbehörden und der damit auf 25 Prozent gesunkenen Steuerquote, was das Ergebnis um 30 Mill. Euro nach oben schraubte. Der um die Kosten für Zukäufe und Aktienoptionsprogramme bereinigte Betriebsgewinns legte nach bereits vorgelegten Zahlen um 13 Prozent auf 558 Mill. Euro zu. Hier waren die Analysten aber von mehr ausgegangen. Der Gesamtumsatz steigerte sich um 9 Prozent auf 2,20 Mrd. Euro.

SAP behielt seine Prognose für den um die Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramme bereinigten Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2006 bei. Danach will SAP 5,80 bis 6,00 Euro je Aktie verdienen. 2005 hatte SAP 5,01 Euro je Aktie verdient. Der Produktumsatz soll im laufenden Jahr wie bereits bekannt gegeben um 13 bis 15 Prozent und der Lizenzumsatz um 15 bis 17 Prozent zulegen.

Aktienrückkauf

„Wir sind auf dem Weg, ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr abzuschließen“, sagte SAP-Vorstandschef Henning Kagermann nach der ersten Jahreshälfte. Gegenüber dem US-Konkurrenten Oracle sieht Kagermann den Walldorfer Konzern gut aufgestellt. „Wir haben unseren weltweiten Marktanteil ausgebaut“. In der zweiten Jahreshälfte werde SAP von den neu auf den Markt gebrachten Software-Produkten profitieren, bekräftigte Kagermann. Die Orderlage sei weiterhin gut, versicherte der SAP-Chef.

Einen Teil des verdienten Geldes steckte SAP in den Rückkauf eigener Aktien. Im ersten Halbjahr waren das 938 Mill. Euro, wofür das Unternehmen 5,66 Mill. eigene Aktien bekam. Der Softwarekonzern erklärte, die Aktien seien zu einem Durchschnittspreis von 165,72 Euro erworben worden. Im Vorjahreszeitraum hatte SAP lediglich 2,24 Mill. eigene Aktien erworben. Insgesamt verfügte das Unternehmen zur Jahresmitte über einen Bestand von 11,31 Mill. Titeln. Das laufenden Aktienrückkaufprogramm erlaubt den Erwerb von bis zu 30 Mill. Papieren. Angesichts des Cash-flow werde SAP in Zukunft weitere Gelegenheiten zum Aktienrückkauf nutzen, erklärte das Unternehmen.

Schock vor einer Woche

Vor einer Woche hatte SAP bereits erste Teile seiner Zwischenbilanz veröffentlich. Dabei hatten die Walldorfer ihre Anteilseigner vor den Kopf gestoßen und den Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit acht Monaten geschickt: Das Unternehmen hatte weniger Software-Lizenzen als erwartet verkauft. Die Wettbewerber Oracle und Microsoft waren der Grund.

Während der Software-Markt in den USA weiter boome, habe sich in Europa der Abschluss einiger Software-Lizenzverträge verzögert, hatte SAP mitgeteilt. Dadurch wies SAP für die Monate April bis Juni bei den für die künftigen Erträge wichtigen Lizenzen-Verkäufe weltweit nur ein Wachstum von 8 Prozent auf 621 Mill. Euro aus – nicht mal die Hälfte des im traditionell eher schwachen ersten Quartal erreichten Wachstums.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%