Zwischenbilanz
Telekom muss in der Heimat einstecken

Der Telekom laufen speziell im deutschen Festnetz immer noch die Kunden davon, was den Gewinn im dritten Quartal merklich hat schrumpfen lassen. Um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, setzt der Konzern nun nicht mehr nur auf neue Tarife, sondern legt ein milliardenschweres Sparprogramm auf. Immerhin gibt es schon jetzt einen Lichtblick.

HB/der BONN. Wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg zwar der Umsatz von Juli bis September 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 15,48 Mrd. Euro. Doch verdiente das Unternehmen netto 20,3 Prozent weniger, nämlich nur noch 1,95 Mrd. Euro. Um Sondereinflüsse bereinigt waren es sogar nur noch 980 Mill. Euro, ein Minus von 34 Prozent.

Als Begründung für den Gewinnrückgang nannte die Telekom den harten Wettbewerb auf dem Heimatmarkt. Im dritten Quartal wechselten 538 000 Kunden der Festnetzsparte T-Com zur Konkurrenz. Bereits im Vorquartal war es eine halbe Million. Mit neuen Bündeltarifen von Internet, Telefonie und Medieninhalten will Vorstandschef Kai-Uwe Ricke die Abwanderung der Kunden stoppen.

Ricke sieht erste Erfolge der neuen Bündel-Angebote: Im Oktober habe der Anteil der selbst und nicht über Partner vermarkteten DSL-Anschlüsse über 50 Prozent gelegen. „Wir haben im Wettbewerb eindeutig an Stärke gewonnen“, resümierte er. Bis Anfang November habe die T-Com 1,8 Mill. Aufträge für die neuen Angebote erhalten.

Sparprogramm und Verkäufe

Auch mit einem milliardenschweren Sparpaket will die Telekom beim Gewinnrückgang gegensteuern. Ricke kündigte an, bis 2010 auf jährliche Einsparungen von 5 Mrd. Euro kommen zu wollen. Bereits im kommenden Jahr liege das Einsparvolumen bei 2 Mrd. Euro. Zudem erwartet die Telekom in den kommenden drei Jahren Einnahmen von rund 3 Mrd. Euro durch Verkäufe. Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.

Am Gewinnziel für dieses Jahr ändern die Maßnahmen aber nichts; der Konzern bestätigte die bereits bekannten Zahlen: Demnach erwartet der Konzern 2006 einen Umsatz von 61,5 bis 62,1 Mrd. Euro (nach 59,6 Mrd. Euro in 2005) und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 19,2 bis 19,7 Mrd. Euro. Eine Zielgröße für das Nettoergebnis nannte das Unternehmen nicht.

2007 soll der Umsatz moderat wachsen. Das bereinigte Ebitda soll einschließlich des dann in die Bilanz einbezogenen polnischen Mobilfunkanbieters PTC bei 19,7 bis 20,2 Mrd. Euro liegen.

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