Juwi-Gründer vor Gericht: Wiedersehen mit einem Sünder

Juwi-Gründer vor Gericht
Wiedersehen mit einem Sünder

Im Korruptionsprozess um den Windparkbauer Juwi trifft der angeklagte Gründer Matthias Willenbacher am zweiten Verhandlungstag auf den Mann, den er bevorteilt haben soll. Der Zeuge ist bereits schuldig gesprochen.

MeiningenDer Mann hat seine Strafe erhalten. 13 Monate Haft auf Bewährung bekam der frühere Thüringer Innenminister Christian Köckert – unter anderem weil er sich von Deutschlands zweitgrößtem Windparkbauer Juwi einen unerlaubten Vorteil gewähren ließ.

So jedenfalls sah es der Bundesgerichtshof 2015 im Revisionsverfahren. An diesem Montag nun tritt der CDU-Politiker dem Manager gegenüber, der ihm den Vorteil gewährt haben soll. „Ich habe eine Zeugenladung bekommen und ich habe vor, auch hinzufahren“, sagte Köckert dem Handelsblatt.

Damit verspricht der zweite Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Juwi-Gründer und Ex-Vorstand Matthias Willenbacher Spannung. Der Schuldspruch gegen Köckert ist rechtskräftig. Der angeklagte Willenbacher dagegen hält sich für unschuldig. Ihm sei nicht bekannt gewesen, dass Köckert in der fraglichen Zeit Amtsträger war, sagte sein Verteidiger Gernot Zimmermann vor Prozessauftakt dem Handelsblatt.

Bei dem Prozess vor dem Landgericht Meiningen (Thüringen) geht es im Kern um einen Beratervertrag aus dem Jahr 2010, den Willenbacher als damaliger Vorstand der Juwi AG mit Köckert abgeschlossen hat. Dessen Auftrag: „Betreuung verschiedener, relevanter politischer Entscheidungsträger“. Das Problem: Gegenstand der Vereinbarung sollen auch mögliche Amtshandlungen von Köckert in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Beigeordneter und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Eisenach gewesen sein.

Unter anderem beeinflusste Köckert zu Juwis Gunsten eine Beschlussvorlage des Stadtrats zur Erweiterung von „Windvorranggebieten“. Außerdem beschaffte er dem Unternehmen wohl eine behördeninterne Liste mit Standortkoordinaten bestehender Windräder. Die Staatsanwaltschaft Erfurt sah in all dem eine unerlaubte Vorteilsgewährung von Willenbacher an Köckert – und klagte beide an.

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Gericht lehnt Befangenheitsantrag ab

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