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15.08.2008 
Büro-Knigge

Alles Gute!

von Julia Troesser

Der Chef hat Geburtstag, Ihre Firma feiert Jubiläum oder ein Kollege wird verabschiedet? Lesen Sie hier, wie Sie perfekt gratulieren, kräftig motivieren und anderen eine Freude machen.

Eine zu distanzierte Gratulation wirkt unglaubwürdig. Foto: dpaLupe

Eine zu distanzierte Gratulation wirkt unglaubwürdig. Foto: dpa

Fassen Sie sich kurz : Einem langjährigen Kollegen oder Mitarbeiter haben Sie als Redner natürlich viel zu sagen. Doch begehen Sie nicht den Fehler, dies auch vor versammelter Mannschaft zu tun. Wenn Sie abschweifen und jede gemeinsame berufliche Erinnerung aufzählen, unterhält das vielleicht den Ehrengast - aber es langweilt alle anderen. Spätestens nach sieben bis acht Minuten hört das Publikum Ihnen nicht mehr aufmerksam zu, fassen Sie sich also kurz.

Locker bleiben: Eine Glückwunschrede an den Vorgesetzten oder Mitarbeiter unterscheidet sich natürlich von der an einen guten Freund. Trotzdem sollten Sie nicht in stocksteife Schriftsprache verfallen oder den Angesprochenen plötzlich siezen, wenn dies zuvor nicht der Fall war. Auch wenn viele fremde Zuhörer dabei sind - eine zu distanzierte Gratulation wirkt unglaubwürdig.

Intimitäten vermeiden: Versuchen Sie keinesfalls, eine etwas trockene Feier durch eine lustige Rede aufzuheitern, die private und intime Anekdoten des Ehrengastes enthält. Vielleicht erzielen Sie dadurch einige Lacher im Publikum - möglicherweise aber auch nur peinlich berührte Stille. Denken Sie immer daran, dass Sie im beruflichen Rahmen handeln und dass es Ihrem Kollegen nicht recht sein wird, wenn die ganze Belegschaft zu tiefe Einblicke in sein Privatleben erhält.

Bilder erzeugen: Auch wenn Sie Ironie und Witze auf Kosten des Ehrengastes vermeiden, muss Ihre Rede nicht staubtrocken sein. "Verwenden Sie Bildsprache oder nutzen Sie originelle Vergleiche und Metaphern, um Ihre Glückwunsch-Rede lebendig zu gestalten", rät Redenschreiber Frank Rosenbauer. Wenn der Mitarbeiter beispielsweise ein Hobby-Bergsteiger ist, sprechen Sie von den Gebirgen, die Sie im beruflichen Feld gemeinsam bezwungen haben. "So erzeugen Sie bei den Zuhörern Kino im Kopf".

An Erfolge erinnern: Wenn einer Ihrer Mitarbeiter Jubiläum feiert, sollten Sie als Chef in der Glückwunschkarte oder-rede nicht nur die bloße Anzahl der abgearbeiteten Jahre betonen. "Nennen Sie seine Erfolge", rät Rosenbauer. "Denn der Mitarbeiter darf auf seine gute Arbeit stolz sein und nicht auf die pure Zahl seiner Dienstjahre." Üblicherweise werden Mitarbeiterjubiläen übrigens ab zehn Jahren Betriebszugehörigkeit gefeiert, danach alle fünf Jahre wieder.

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