0 Bewertungen
28.01.2008 

Nach den schweren Verwerfungen der vergangenen Wochen wollen sich allerdings nicht alle Bankvorstände mit den ungeschriebenen Gesetzen der Branche abfinden. So hat John Thain, der neue Chef des angeschlagenen Wall-Street-Hauses Merrill Lynch bereits eine Reform des Bonussystems angekündigt. An erster Stelle der Bemessungskriterien müsse der Erfolg der gesamten Bank stehen, erst dann dürften der Erfolg einzelner Geschäftsbereiche und einzelner Individuen kommen.

Mit seinem Vorstoß reagiert Thain auf die Kritik von Aktionären, die hohe Bonuszahlungen trotz gleichzeitig schwacher Gewinne nicht länger akzeptieren wollen. In der Regel versuchen die Banken die jährlichen Ausschüttungen auf weniger als 50 Prozent der erzielten Gewinne zu beschränken. 2007 stieg die Quote allerdings bei einigen Instituten in Richtung 60 Prozent. "Auf Dauer können wir uns das nicht leisten", warnt ein Londoner Bankvorstand. "Unsere Aktionäre interessiert am Ende nur was unter dem Strich steht". Nach Einschätzung von Smith-Solbakken versuchen die Banken bereits gegenzusteuern. Viele Institute würden für 2007 einen deutlich größeren Anteil der Boni in eigenen Aktien ausschütten. Das sei etwas günstiger als Bargeld und binde gleichzeitig das Personal an das eigene Haus.

Das Bonusproblem könnte sich 2008 aber auch von selbst lösen. Experten rechnen in den kommenden Monaten mit weiteren Entlassungswellen in den Investmentbanken. Institute wie die Citigroup oder die Schweizer UBS streichen bereits tausende von Stellen. Außerdem erwarten die meisten Analysten 2008 einen deutlichen Einnahmerückgang quer durch die meisten Geschäftsbereiche, was die Ansprüche der Banker automatisch dämpfen würde.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Maschinenbau unter Druck  Artikel in Merkliste

01.12.2008, 14:45 Uhr

Mit dem Auftragseinbruch bei den Maschinenbauern gibt es ein neues Panikszenario. Nach Autobauern und Banken packt die Finanzkrise nun also die nächste Branche; und dann auch mit den Anlagen- und Maschinenherstellern den Industriezweig, der wie kein anderer als Garant für Deutschlands Titel „Exportweltmeister“ steht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

O'Learys Ego-Trip  Artikel in Merkliste

01.12.2008, 12:34 Uhr von Dirk Heilmann

Er gibt nicht auf: Ryanair-Chef Michael O’Leary greift erneut nach der gerade privatisierten irischen Fluglinie Aer Lingus. Dass O’Leary dabei wirklich rationale Gründe treiben, darf allerdings bezweifelt werden. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige