5. Karrierekiller: Ziellosigkeit
Karriere wird gemacht, heißt es. Das setzt aktives Handeln voraus. Damit das nicht zu blindem Aktionismus verkommt, braucht es klare Ziele. Personalexperten berichten immer wieder, dass Kandidaten zwar behaupten, ein Ziel zu haben, aber sich nicht genügend damit beschäftigen, wie sie das erreichen wollen. Vor allem aber wissen sie nicht, was sie in der nächsthöheren Position bewirken wollen. Effekt: Die Leute engagieren sich, packen mehrere Projekte gleichzeitig an, machen aber nichts richtig gut. Spitzenleistung heißt jedoch immer volle Konzentration auf ein konkretes Ziel.
Ohne genaue Standortbestimmung ist keine Karriere möglich: Was kann ich? Was will ich? Was brauche ich dazu? Wie kann ich das erreichen? Bis wann? Spätestens nach drei Berufsjahren sollte man Antworten auf solche Fragen haben, sagen Managementtrainer. Dann liegen bereits erste Laufbahnerfahrungen vor und man kann besser abschätzen, ob jeder Karriereschritt auch den eigenen Interessen entspricht. Die dürfen sich durchaus ändern. "Sich an ein Ziel zu klammern oder auf einer Position zu lange zu verharren, kann auch Ausdruck von Ziellosigkeit sein", sagt Marcus Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter von Hanover Matrix in München.
6. Karrierekiller: Teamunfähigkeit
Der Begriff "Teamfähigkeit" fehlt heute in keiner Stellenanzeige, dennoch sind viele Personalverantwortliche der Meinung, dass Rücksichtlose schneller nach oben kommen. Der Grund: Neun von zehn Unternehmen beurteilen Mitarbeiter nach Einzelleistungen, nicht als Gruppe. Weder wird ein Team Geschäftsführer noch setzt ein Team Gehaltserhöhungen durch. Und ganz oben ist sowieso nur Platz für einen. "An der Spitze herrscht extremes Nicht-Teamwork", sagte schon der verstorbene Managementguru Peter Drucker.
Gleichwohl nimmt Gruppen- und Projektarbeit in den Unternehmen zu, werden immer mehr bestehende Hierarchieebenen abgebaut. An Teamarbeit führt daher kein Weg mehr vorbei. Dabei prallen dann allerdings die unterschiedlichsten Temperamente, Ansichten, Kulturen und Arbeitsweisen aufeinander. Flache Hierarchien und wechselnde Kollegen sorgen zudem für Kompetenzwirrwarr. Krach und Rangeleien sind programmiert. Gut, wer diesen Prozess managen und zu einem erfolgreichen Ende führen kann.
In Projektgruppen lässt sich perfekt üben, wie man verschiedene Charaktere am besten führt: den Selbstdarsteller bremsen, dem Kreativen Raum geben, den Schüchternen locken, die Bedenken des Kritikers prüfen, die Detailverliebtheit des Tüftlers kanalisieren. Wer sich hier als echtes Führungstalent profiliert, hat beste Chancen aufzusteigen. So jemand bleibt keinem Chef auf Dauer verborgen. Umgekehrt gilt: "Mangelnde Teamfähigkeit wird Aufstiegswilligen irgendwann zum Verhängnis", so Valentin Nowotny, im Deutschen Verband für Coaching und Training (dvct) zuständig für den Bereich Coaching.
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