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28.09.2006 

7. Karrierekiller: Falsche Bescheidenheit

Wer nicht wirbt, stirbt. Was für Produkte gilt, trifft auch auf Karrieren zu. Vor allem auf weibliche. Denn Frauen tun sich nach wie vor mit dem Marketing in eigener Sache schwerer als Männer, sagt Doris Brenner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK) und Karriereberaterin in Frankfurt. Noch immer verdienen etwa Frauen in gleicher Position rund 15 Prozent weniger als Männer.

Schlechtes Selbstmarketing sorgt nicht nur für weniger Einkommen, es spielt auch eine wesentliche Rolle beim Scheitern. Martin Schubert, Partner der Düsseldorfer Personalberatung Edward W. Kelley, erinnert sich noch gut an den Fall einer Projektleiterin, die einem Kollegen zuarbeitete. Sie war fleißiger als er, schneller als er und besser als er. "Aber er machte ordentlich Tamtam", erinnert sich Schubert. Am Ende wurde er befördert und schoss kurz darauf seine Helferin ab. Natürlich als reine Vorsichtsmaßnahme.

So unangenehm einem Selbstdarstellung sein mag - wer nicht auffällt, fällt durchs Raster. Die großartigste Leistung verpufft, wenn sie keiner mitbekommt. Und da Chefs keine Hellseher sind, muss man ihnen gelegentlich zeigen, was man draufhat.

Keine Frage, das erfordert Fingerspitzengefühl. Sonst driftet das Selbstmarketing leicht in Wichtigtuerei ab. Bewährte und subtile Wege sind etwa bei größeren Projekten, regelmäßig Zwischenberichte und Teilerfolge zu melden. Sich in Meetings gezielt und überlegt zu Wort zu melden. Oder sein Wissen und seine Hilfe anderen Kollegen anzubieten. Das hat den Vorteil, dass diese dann positiv über einen reden. Und Mundpropaganda wirkt stärker als Eigenlob.

8. Undank

Selbst der stärkste Einzelkämpfer ist auf die Hilfe anderer angewiesen. Sei es, dass diese ihn mit Informationen versorgen oder aktiv protegieren. So sehr gutes Beziehungsmanagement die Karriere beflügeln kann, so schnell geht es bergab, wenn man es sich mit seinen Kontakten verscherzt: "Etwa, indem man sich Erfolge ans Revers heftet und verschweigt, dass daran auch andere beteiligt waren", so Manuela Richmann, Niederlassungsleiterin der Concom Unternehmensberatung in Berlin.

Das Verhältnis zwischen Nehmen und Geben muss stimmen. Nicht immer reicht ein einfaches "Dankeschön" für einen Steigbügelhalter. Im Business erwarten die meisten eine Gegenleistung. Sie sagen es zwar nicht immer, aber vergessen sollte man das nie. Karriere macht vor allem, wer erstens erkennt, wie groß der eigene Leistungsbetrag tatsächlich ist, und zweitens schafft, im geeigneten Moment von der erhaltenen Förderung etwas zurückzugeben.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Sich seiner Sache zu sicher sein & Ungeduld

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