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30.10.2007 
Investmentbanker verdienen weniger

Die Krise im Geldbeutel

Die US-Hypothekenkrise zwingt nicht nur die Finanzmärkte in die Knie. Auch die Investmentbanker an der New Yorker Wall Street bekommen die problematische Lage in Form von einbrechenden Boni und Stellenstreichungen zu spüren. Für die New Yorker Wirtschaft ein harter Schlag - denn die zahlungskräftige Klientel hält nicht nur die Immobilienpreise hoch.

Investmentbanker müssen sich auf deutlich geringere Boni einstellen. Foto: ap Lupe

Investmentbanker müssen sich auf deutlich geringere Boni einstellen. Foto: ap

HB NEW YORK. Als Folge der Krise an den Kreditmärkten müssen sich die Investmentbanker an der Wall Street in diesem Jahr auf weitere Stellenstreichungen und niedrigere Boni einstellen. Viele Institute haben bereits tausende Jobs abgebaut. Personalvermittler erwarten in den nächsten Wochen zur Kostensenkung in besonders schwächelnden Banksparten zusätzliche Entlassungen. Dies hat auch Folgen für die Bezahlung der Banker: "Man kann nicht Leute rauswerfen und zugleich die Boni erhöhen - das gehört sich nicht", sagt John Challenger von der Beraterfirma Challenger, Gray & Christmas.

In den vergangenen Jahren haben die Banker kräftig von den boomenden Finanzmärkten profitiert. Die fünf größten US-Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns zahlten 2006 zusammen die Rekordsumme von 61 Mrd. Dollar an ihre Mitarbeiter. Für die New Yorker Wirtschaft sind die Banker damit ein Konjunkturfaktor, der nicht nur die Preise für Immobilien, sondern auch für Sportwagen und Fünf-Sterne-Gerichte in Restaurants hoch hält.

Die seit einiger Zeit wegbrechenden Einnahmen etwa im Anleihegeschäft zwingen die Banken nun zu tiefen Einschnitten. Die Boni dürften je nach Bank Schätzungen von Branchenexperten zufolge 2007 um fünf bis 30 Prozent sinken. Auch an anderer Stelle wird an der Personalkostenschraube gedreht, nachdem sich im zuge der US-Hypothekenkrise riskante Kredite und Anleihen kaum mehr am Markt verkaufen ließen, was an den Ergebnissen nagt. "Besonders in den Verluste schreibenden Bereichen werden wir weitere Entlassungen erleben", sagt Jonathan Kim vom Personalvermittler Korn/Ferry.

Für die Banken, die sich in der Krise einigermaßen behaupten konnten, sei die aktuelle Situation aber eine Chance, sagt Tom Cleary vom Berater Landfall Partners. "Sie haben nun eine große Auswahl an Top-Bankern, mit denen sie ihr Geschäft ausbauen können." Dies gilt auch für Hedgefonds und Beteiligungsfirmen, die sich derzeit Händler, Analysten und andere Finanzmarktexperten am Arbeitsmarkt aussuchen können.

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