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05.07.2008 
Interview mit Burkhard Schwenker

„Gelegentliches Scheitern ist wichtig!“

Für Burkhard Schwenker, CEO von Roland Berger, ist es wichtig, dass man Spaß an der Aufgabe hat, die gerade ansteht. Mit dem Handelsblatt spricht der Diplom-Kaufmann über Fehlschläge in der Karriere, sein Engagement beim Gründerwettbewerb Weconomy und den Mainstream, den man meiden sollte.

Roland-Berger-CEO Schwenker: Kopf und Bauch müssen gleichermaßen hinter der Idee stehen. Foto: dpaLupe

Roland-Berger-CEO Schwenker: Kopf und Bauch müssen gleichermaßen hinter der Idee stehen. Foto: dpa

Ich habe bei der Recherche einen Satz von Ihnen gefunden, den Sie angeblich in Antrittsreden häufiger gesagt haben: "Qualität kommt von Quälen."

Exzellente Qualität gelingt nur mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch. Und dafür muss man sich anstrengen - und Spaß an seiner Aufgabe haben. Wer nicht voll engagiert und motiviert ist, wird auf Dauer keine gute Qualität liefern können.

Gilt das im Besonderen für junge Gründer?

Das gilt für jeden in seinem Bereich und daher natürlich auch für Gründer. Man kann als Gründer nur erfolgreich sein, wenn man von seiner Idee voll überzeugt und bereit ist, sich ganz dafür einzusetzen. Bei aller Begeisterung muss man gleichzeitig aber auch die notwendige Reflexionsfähigkeit bewahren. Denn es kann ja Signale geben, dass potenzielle Kunden vom Angebot weniger begeistert sind als man selbst.

Ist das etwas gewesen, was Ihre eigene Karriere begleitet hat oder maßgeblich geprägt hat?

Das selber zu beurteilen, ist ja nie so ganz leicht. Aber Begeisterungsfähigkeit gehört ganz einfach dazu. Erfolgreiche Karrieren entstehen nur sehr selten durch eine ausgeklügelte Karriereplanung und ganz sicher nicht aus der Ambition heraus, unbedingt Karriere machen zu wollen.

Also Glück?

Neben vielen anderen Faktoren gehört auch Glück dazu. Aber: das Glück ist mit den Tüchtigen! Wichtig ist, dass man Spaß an genau der Aufgabe hat, die gerade ansteht. Ich denke hier positivistisch, und meine Karriere hat diese Einstellung bestätigt: Wenn man das Glück hat, die richtigen Aufgaben zu bekommen und sie mit Spaß gut löst, entwickelt sich daraus auch eine Karriere.

Hätten Sie den notwendigen Spaß auch gehabt, wenn Sie den elterlichen Betrieb übernommen hätten?

Vermutlich eher weniger. Ich habe damals gespürt, dass ich vielleicht ein ordentlicher, aber kein außergewöhnlicher Tischler hätte werden können. Insofern war es für mich richtig, einen anderen Weg einzuschlagen.

Aber letztlich sind Sie in einem Unternehmerhaushalt aufgewachsen.

Ja, und viele Einstellungen, über die wir gesprochen haben, habe ich aus der Lebenswelt mitgenommen, in der ich groß geworden bin. Ich habe sehr früh gelernt, dass einem nichts geschenkt wird und man sich anstrengen muss, um Aufträge zu bekommen. Und dass am Ende die Qualität, die man abliefert, über den Erfolg entscheidet.

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