Über die Informationen des Berufsverbandes hinaus, gibt es im Internet kommerzielle Headhunter-Portale, wie » placement24.com, » executivebase.com oder » consultans.de. Die Nutzung solcher Portale ist für Jobsuchende kostenpflichtig. So bietet consultans.de 150 Headhunter-Adressen für 50 Euro, das Premiumangebot von executivebase.com kostet 90 Euro im Jahr. „Bei diesen Anbietern im Web ist Vorsicht geboten“, warnt Verbandssprecher Reiners naturgemäß. „Diese Portale nehmen jeden Berater auf, der bezahlt. Spezielle Aufnahmekriterien gibt es dort nicht“, so der BDU-Sprecher.
Auf dem Weg zum Traumjob ist die Wahl des richtigen Personalberaters nur die erste Hürde. Auch die Bewerbung muss stimmen. Anders als bei einer direkten Bewerbung beim Unternehmen fallen Formalitäten wie Bewerbungsmappe und Layout beim Headhunter nicht so stark ins Gewicht, erklärt Karriereberater Thomas Rübel. „Headhunter stehen oft unter Zeitdruck. Sie wollen in einem kurzen Anschreiben möglichst unkompliziert die beruflichen Qualifikationen des Bewerbers erfahren“, weiß der Experte. Das Anschreiben und ein kurzer Lebenslauf reichten deshalb fürs Erste – Arbeitszeugnisse könnten auf Anfrage nachgereicht werden. Auch eine anschauliche Beschreibung der bisherigen Tätigkeiten kann den Bewerber einen Schritt näher Richtung Traumjob bringen. „Der Berater sollte mit dem Bewerber Bilder assoziieren, die er im Kopf schon einmal seinen Auftraggebern zuordnen kann“, meint Rübel.
Nicht nur der Blick zurück, auch eine anschaulich dargestellte Zukunftsperspektive ist von sehr großer Bedeutung. „Es sollte schnell erkennbar sein, welchen Job der Bewerber im Auge hat und warum er für die angestrebte Position geeignet ist“, rät Kienbaum-Partner Wolfgang Lichius. Im Bewerbungsschreiben bevorzugt er einen sachlichen Stil, mehr als zwei Seiten seien nicht erforderlich. Zu häufige Jobwechsel und schlechte Englischkenntnisse sind für Lichius hingegen klare K.o.-Kriterien, solche Bewerber haben keine Chance.
Auf die Blindbewerbung folgt das Warten: Jobsuchende müssen meist Geduld mitbringen, bis sich eine passende Stelle findet. Dabei sollten sie nicht vergessen, dass nicht sie der Kunde des Personalberaters sind, sondern die Unternehmen, die ihn engagieren. Ständige Nachfragen beim Vermittler bringen daher nichts, sie verärgern den Berater eher, anstatt ihn zu überzeugen.
Die Erfolgsaussichten der Initiativbewerbungen beim Headhunter hängen von den Qualifikationen des Bewerbers, aber auch von der Branche, ab. Bei dem Frankfurter Personalberater für Unternehmenskommunikation, GK Personalberatung, wird jeder Dritte unaufgeforderte Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Häufig mit Erfolg: So hat sich bei dem Unternehmen eine Journalistin blind beworben, die perfekt auf eine vakante Stelle passte. Sie wurde Pressechefin eines internationalen Unternehmens. Bei Kienbaum Executive Consultans ist die Erfolgsquote der Initiativbewerber hingegen „sehr gering“, sagt Wolfgang Lichius. Dies liege vor allem daran, dass der Anteil derer, die zum Jobwechsel gezwungen seien, unter den Initiativbewerbern höher liege.
Sophie Möller hat ihre Chance jedenfalls geschickt genutzt. Durch ihre Eigeninitiative hat sie sich für die Job-Kuppler attraktiv gemacht. Dabei hat die erfolgreich vermittelte Managerin Gefallen an der Headhunter-Branche gefunden – und kann sich sogar vorstellen, die Seiten zu wechseln. „Heiratsvermittlerin zwischen Unternehmen und Bewerbern sein? Warum eigentlich nicht.“
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