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07.04.2008 

Gehört zu den wenigen Aufsichtsräten mit einem Minuszeichen vor ihren Bezügen: Hubertus von Grünberg Foto: dpaLupe

Gehört zu den wenigen Aufsichtsräten mit einem Minuszeichen vor ihren Bezügen: Hubertus von Grünberg Foto: dpa

Branchenprimus Deutsche Bank dagegen katapultierte sich 2007 mit einer Gesamtvergütung für das Gremium von sechs Mill. Euro einsam an die Spitze. Dabei spielte auch der hohe Arbeitsaufwand eine Rolle. Nach Angaben Börsigs tagten die Gremien 2007 22-mal. Viele Aufsichtsräte treffen sich allenfalls viermal im Jahr, zuzüglich der einen oder anderen Ausschusssitzung.

Zu den wenigen Aufsichtsräten mit einem Minuszeichen vor ihren Bezügen gehören Hubertus von Grünberg (Continental) sowie Klaus Zumwinkel (Telekom). Grünberg dürfte trotz der auf 203 000 Euro gesunkenen Conti-Abrechnung weiter zu den bestbezahlten Aufsichtsräten gehören. Denn sein neuer Job als Chairman der Schweizer ABB-Gruppe bringt ihm schon im ersten Jahr umgerechnet 750 000 Euro ein.

Die Empfehlung des Corporate Governance Kodexes, die feste Vergütung der Unternehmenskontrolleure um eine erfolgsorientierte Komponente zu ergänzen, wird inzwischen durchweg von den Dax-Firmen befolgt. Adidas, Daimler und Hypo Real Estate stehen dagegen auf dem Standpunkt, dass die Unabhängigkeit eines Aufsichtsrates nur durch einen Verzicht auf erfolgsabhängige Vergütung gewährleistet werden kann. Die Aufseher bekommen daher nur Fixbezüge.

VW und BMW machen exakt das Gegenteil: Ferdinand Piëchs und Joachim Milbergs Einkommen als Aufsichtsrat ist zu 95 Prozent variabel. Im Schnitt machen die Variablen mittlerweile 55 Prozent der Entlohnung aus. Langfristanreize spielen dabei eine (noch) untergeordnete Rolle. Dies ist möglicherweise eine Folge des „vernichtenden BGH-Urteils von 1994 über die Zulässigkeit von Aktienoptionen für Aufsichtsräte“, sagt Evers. Damals waren Optionspläne Daimler-Chryslers für nichtig erklärt worden. Der Vergütungsfachmann findet das allerdings bedauerlich. „Das Wirken der Aufsichtsräte sollte weniger auf den Jahreserfolg als vielmehr auf die nachhaltige Wertsteigerung der Unternehmen ausgerichtet sein.“

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