Selbstbewusste Frauen wie Christine Bortenlänger, die Geschäftsführerin der Börse München, scheuen sich nicht zuzugeben, dass sie ihren Erfolg zum Teil anderen verdankt. Vorbilder seien wichtig, „eine Aufgabe, die in meinem Fall zahlreiche männliche Vorgesetzte hervorragend erfüllt haben“, sagt die Betriebswirtin, die bei der Bayerischen Landesbank und in einer Strategieberatung die entscheidenden Karriereschritte machte. Aus Förderung wird Beförderung – allerdings nicht automatisch. Julia Jäkel, die in Heidelberg, Harvard und Cambridge studierte, dann Trainee bei Bertelsmann war und heute die Verlagsgruppe Brigitte leitet, betont, Frauen müssten „selber handeln“ und „stark und aktiv auftreten“.
Wie das geht, zeigt Anni Hausladen, Coach in Köln und Autorin von „Die Kunst des Klüngelns“. „Stellt das Netzwerken an erste Stelle und zeigt Ellenbogen“, fordert sie. Neben Networking lernt frau bei ihr, Kompetenzen und Erfolge zu verkaufen – und ein Gefühl für Macht zu entwickeln. Die Erkenntnis, dass Macht oft banal ist, gehört dazu: „Statussymbole sind ein stark männliches Bedürfnis in der Berufswelt. An Statussymbolen sollte auch eine Chefin sofort erkennbar sein.“ Hausladen rät Frauen, sich für Vorstellungsgespräche ein dickes Auto zu leihen. Nicht um Eindruck zu schinden, sondern „um mit dem richtigen Macht-Gefühl ins Gespräch zu gehen. Ich sage Ihnen, es wirkt.“
Marion Knaths, Inhaberin von Sheboss in Hamburg, schwört auf die „Regeln machtvoller Kommunikation“. Wer sich duckt, wird gedeckelt, deshalb helfen eine straffe Körperhaltung und ein gerader Blick, dem Gegenüber zu signalisieren: Ich bin dir ebenbürtig. „Die Rangordnung ist die zentrale Struktur männlich geprägter Organisationen“, sagt sie ihren weiblichen Coachees. „Das bedeutet nicht, dass Sie nicht auch weiterhin auf Ihre eigenen Stärken bauen können.“
Der letzte Punkt wird zunehmend wichtig in Karrieretrainings für Frauen. Sie sollen ihre männlichen Kollegen keineswegs nur kopieren. Die Lüneburger Beraterin Heike Hein gibt deshalb die Formel aus: „Authentizität als Führungsstil entwickeln“. Mit Selbstreflexion allein kommen Fachfrauen aber nicht weit – das weiß Hein, weshalb sie zustäzlch Wert auf „stringente Karriereplanung“ legt: „Karriere von Frauen ist – im Gegensatz zu den Männern – immer noch eher Zufall.“
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