Frauenforschung hat sich an Hochschulen längst etabliert, inzwischen erhält sogar Frauen-Coaching die akademischen Weihen. Die Universität Karlsruhe bietet Berufstätigen einen Weiterbildungsstudiengang „Frauen in Führungspositionen“ an. Wesentliche Lerninhalte sind Präsentation, Führen im Team, Projekt- und Konfliktmanagement, Veränderungsprozesse und Interkulturelle Kommunikation. „Die praktische Auseinandersetzung mit diesen Themen und der Austausch mit Gleichgesinnten, die Lernpartnerschaften und die integrierten Coaching-Angebote bilden den Rahmen, eigenes Führungspotenzial zu aktivieren und glaubwürdiges Führungsverhalten zu entwickeln“, erläutert Diplom-Psychologin Ute Breithaupt. Viele erfolgreiche Teilnehmerinnen, die ein Prüfungszertifikat erhalten, stiegen beruflich auf – „übrigens, wie wir in den letzten Jahren beobachten können, immer öfter auch mit Kind.“
Ein weiterer Trend: Unterwegs zu mehr Führungsverantwortung darf der Wohlfühlfaktor nicht zu kurz kommen. Die Firma Profitrain Frenz in Konstanz beginnt ihr Frauen-Coaching deshalb mit einem einwöchigen Basistraining an den Thermalquellen auf Ischia. „Dies bedeutet einen grundlegenden Perspektivenwechsel, die Klientin begibt sich auf eine Metaebene“, sagt Kursleiterin Amanda Frenz. „Wichtig ist, durch das Herauskommen aus dem Gewohnten überkommene Denkstrukturen aufzugeben, Leistungs- und Motivationsblockaden abzubauen und Raum für Energie und Kreativität zu schaffen.“
An Bord der „Corinna“ funktioniert das ähnlich. „Sie gehen auf das Schiff, Sie legen ab, der Beruf ist weit weg, und schon haben Sie den Kopf frei“, sagt Segel-Coach Jürgen Mahler. Vor der Kulisse eines Bilderbuch-Sonnenuntergangs legen die Seminarteilnehmerinnen fest, wohin der Törn am folgenden Tag gehen soll. Ein Strandtag auf einer Insel findet Beifall. Wellness pur bedeutet das für die Damen allerdings nicht. Die Marketingleiterin erklärt sich bereit, das Deck zu schrubben, und die Unternehmensberaterin wird in der Kombüse wirken.
