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15.07.2008 
Business Behaviour

Smalltalk oder die Kunst, die Grenze zu erkennen

von Gabriele Schlegel

Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus den Sommerferien zurück - und kein Kollege fragt nach, wie der Urlaub denn so war. Oder: Stellen Sie sich vor, Sie waren krank, kehren zurück in Ihre Firma - und niemand fragt, wie es Ihnen jetzt geht. Gegen derlei praktizierte Gleichgültigkeit hilft Small Talk - der von manchen so gerne - etwas überheblich abgelehnt wird.

Gabriele SchlegelLupe

Gabriele Schlegel ist Dozentin für Business Behaviour. Foto: privat

Smalltalk zu beginnen fördert die angenehme Atmosphäre, Menschen fühlen sich wahrgenommen, und das ist eine gute Ausgangsposition für kreatives Arbeiten. Also auch unter geschäftlichen Aspekten ist Kommunikation und ehrliches Interesse am Mitarbeiter, Kollegen nicht zu unterschätzen. Gerade Führungskräfte brauchen diese Fähigkeit zum lockeren Small Talk dringend - aber sie fehlt gerade ihnen oft oder sie meinen, ihnen fehle die Zeit dafür. Sie meinen, wichtigeres, Großes zu tun zu haben. Und verkennen, wie tief eine Kränkung sitzt und wie lange sie anhält, wenn sie als Chef versäumen, schönen Urlaub zu wünschen, gute Besserung oder die Mitarbeiter auch mal als Mensch zur Kenntnis zu nehmen.

Die große Frage ist nur: Was kann und sollte der einzelne von sich im Berufsumfeld preisgeben und was lieber nicht? Fest steht, persönliche Beziehungen, Bewertungen und Belehrungen anderer haben im lockeren Gespräch im Büro nichts verloren. Ein paar Minuten mit dem Austausch über Wochenendaktivitäten, die Fußball-Europameisterschaft oder den nächsten oder vergangenen Urlaub sind wunderbare leichte Unterhaltungen - gut investierte Zeit.

Die Kunst ist, die Grenze zu erkennen. Ist bekannt, dass eine Kollegin Eheprobleme hat, kann es angemessen sein unter vier Augen zu fragen "Ich hoffe, es geht Ihnen gut" und so eine sensible Vorlage zu geben, zu reden - oder eben zu schweigen. Die gleiche Frage wäre unangemessen, wenn andere Kollegen dabei sind. Die eherne Regel heißt: Gib Deinem Gegenüber ein gutes Gefühl". Denn Stimmungen bestimmen die Chefs - und die müssen es beherrschen, die eigenen Befindlichkeiten herunter zu fahren und stattdessen Professionalität an den Tag zu legen.

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