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11.04.2008 

Beim Bremer Cross-Mentoring-Programm steht die persönliche Weiterentwicklung der Mentees, aber auch der Mentoren im Vordergrund. Deshalb bietet das EBN begleitende Workshops zu Führung, Präsentation und Selbstmanagement an. Die Tandems treffen sich für zwei bis drei Stunden pro Monat im Büro oder im Café.

Besprochen werden der nächste Karriereschritt, Probleme mit Kollegen, eine mögliche Babypause. Damit sich die Zusammenarbeit aber nicht in Geplauder verliert, schließen beide eine schriftliche Vereinbarung. Das Mentee-Unternehmen beteiligt sich an den Kosten des einjährigen Programms und stellt seine Mitarbeiterin für das Mentoring inklusive Workshops frei.

Um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, sei Mentoring „das einzig Wirksame“, sagt die Hamburger Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff. Seit rund 20 Jahren forscht sie über Geschlechterrollen im Management. „Dabei habe ich festgestellt, dass erfolgreiche Frauen mit einem Jahreseinkommen über 100 000 Euro erfolgreiche Mütter hatten. Das heißt, es kommt auf Vorbilder an, und diese Funktion wird allein von Mentoring-Programmen ausgeübt.“

Die Mentees berichten in einer Befragung der Fachhochschule Gelsenkirchen von wertvollen Erfahrungen: Als besonders wichtig wurde der Rückhalt durch den Mentor in schwierigen Situationen empfunden. Sie waren außerdem überzeugt, ihre Managementkompetenz gesteigert und etwas für ihre persönliche Entwicklung getan zu haben. Außerdem kamen sie auf neue Ideen und profitierten von den Kontakten ihrer Mentoren.

„Dadurch wird genutzt, was unter Männern im Beruf informell selbstverständlich ist, nämlich Aufstieg über persönliche Förderung und Netzwerke“, sagt Trainerin Marion Keup. Unternehmen, die beim Mentoring mitmachen, sorgen für Chancengleichheit, ohne dass sie zur Quotenkeule greifen müssen. „Mentoring ist eine Chance, das Potenzial von Frauen für Unternehmen besser nutzbar zu machen – umso besser, wenn auch Männer daran mitwirken“, sagt Keup. Merkmale guter Programme seien die sorgfältige Auswahl der Paare, Zwischenbilanzen und eine lückenlose Dokumentation von Prozess und Ergebnis.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Gute Mentoring-Adressen

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