0 Bewertungen
15.02.2007 
Betriebliche Altersvorsorge

Süßer Lebensabend

von Katrin Terpitz

Der Fernsehfilm „Aufstand der Alten“ zeigte ein Horrorszenario, in dem verarmte Rentner plündernd durch die Straßen ziehen. Eine neue Studie geht dabei nicht so weit, stellte aber auf jeden Fall eins fest: Wer gute Mitarbeiter haben will, muss ihnen etwas fürs Alter bieten.

Die ZDF-Trilogie "2030 - Aufstand der Alten" zeichnet ein düsteres Bild vom Lebensabend der Zukunft. Foto: ZDF/ Britta KrehlLupe

Die ZDF-Trilogie "2030 - Aufstand der Alten" zeichnet ein düsteres Bild vom Lebensabend der Zukunft. Foto: ZDF/ Britta Krehl

Altenrepublik Deutschland 2030. Sie brechen nachts in Apotheken ein und klauen Medikamente. Sie halten sich mit lausigen Hilfsjobs wie Fensterputzen und Straßenmusik notdürftig über Wasser. Bis 70 haben sie malocht, und bekommen doch nur eine jämmerliche Grundrente von 560 Euro. Denn die staatliche Rentenkasse ist leer, der Generationenvertrag gekündigt. Die Schocker-Trilogie „Aufstand der Alten“ im ZDF entwarf ein Horrorszenario. Hauptbotschaft: Wer als Rentner nicht verarmen will, sollte sich nicht allein auf den Staat verlassen. Wohl denen, die privat vorgesorgt oder eine betriebliche Alterssicherung haben. Die genießen in der Zukunftsdoku ihren Lebensabend braun gebrannt und weiß gekleidet in Wellnesstempeln.

Bislang aber bietet gerade mal die Hälfte aller Unternehmen hier zu Lande ihren Mitarbeitern eine zusätzliche finanzielle Absicherung fürs Alter an, zeigen Daten von TNS-Infratest. Studien zu diesem Thema sind rar. Grundsätzlich gilt: Je größer das Unternehmen, umso eher sorgt es für das Alter seiner Leute vor. Sei es durch eigene Zahlungen oder die Möglichkeit, über die Firma zu günstigen Gruppenkonditionen Geld fürs Altenteil zurückzulegen. „Je mehr die gesetzliche Rente dahinschmilzt, desto wichtiger wird die betriebliche Altersvorsorge. Die werden Mitarbeiter künftig viel stärker nachfragen als heute“, prophezeit Jürgen Helfen, Experte für Altersvorsorge und Partner der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin.


» Jobturbo: Die wichtigsten Stellenbörsen online durchforsten


Allerdings: Die goldenen Zeiten sind vorbei, als Arbeitgeber noch eine Betriebsrente zusicherten, die sich am letzten Gehalt orientierte. In einer Studie hat Rauser Towers Perrin ermittelt: Drei Viertel der Firmen hier zu Lande setzen heute stattdessen auf eine beitragsorientierte Altersvorsorge. Befragt wurden 90 Unternehmen aller Branchen und Größen mit insgesamt fast einer halben Million Mitarbeiter. Die Umfrage liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Von einem Leistungs- auf ein Beitragssystem hat auch BSH Bosch und Siemens Hausgeräte kürzlich umgestellt. „Seit einem Jahr gibt es für neue BSH-Mitarbeiter keine klassische Betriebsrente mehr im Sinne einer lebenslang ausbezahlten monatlichen Rente. Stattdessen gibt es verschiedene Auszahlungswege – einer davon: eine Rente zu Marktkonditionen“, berichtet Thomas Kagermaier, Leiter betriebliche Sozialpolitik.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Unternehmen schrecken vor Leistungsgarantien zurück

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Bitterer Beigeschmack  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

Das Schlimmste scheint überstanden zu sein: BP hat sich mit seinen russischen Partner darauf verständigt, wie es beim umkämpften Ölkonzern TNK-BP weiter gehen soll. Als Sieger dürfen sich bei dem Kompromiss, den die beiden zerstrittenen Partnern bekanntgegeben haben, die Russen fühlen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

BP als Beispiel  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

So läuft das in Russland: Die Oligarchen spannen Gerichte und Behörden ein, der Kreml schaut zu und schweigt. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige