Dabei haben die Frauen die Männer inzwischen bildungsmäßig überflügelt, wie Spidla erklärte: 59 Prozent der Hochschulabsolventen sind weiblich. Allerdings fallen sie auf der akademischen Karriereleiter wieder zurück; nur 43 Prozent erlangen einen Doktortitel und nur 15 Prozent den Grad eines Professors.
Auch in Politik und Wirtschaft haben die Männer das Sagen: Der durchschnittliche Frauenanteil in den Parlamenten der 27 EU-Staaten lag 2006 bei nur 24 Prozent, wobei Deutschland und Österreich mit über 30 Prozent noch gut abschneiden. Von den Managern in europäischen Wirtschaftsbetrieben waren 32 Prozent weiblich.
Das starke Lohngefälle von 22 Prozent wird von einer Online-Umfrage des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung bestätigt. Danach verdient beispielsweise eine Großhandelskauffrau monatlich 2.188 Euro brutto und damit 504 Euro weniger als ihr Kollege, eine Informatikerin liegt mit 3.971 Euro um 381 Euro hinter einem Mann zurück, und eine Köchin bekommt mit 1.505 Euro rund 360 Euro weniger als ein Koch. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock nannte es einen Skandal, dass Frauen im Arbeitsleben immer noch nicht gleichberechtigt seien. Von der Politik forderte sie konkrete Maßnahmen: „Appelle sind gut, verbindliche Regelungen besser.“ Auch Grüne und Linksfraktion drangen auf gesetzliche Vorgaben.