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26.03.2008 

Um das durchzustehen, braucht man starke Nerven, sonst passieren Fehler, die der Angreifer nutzt. Oft hilft nur die Offensive, also: Leute, die Gerüchte verbreiten, sofort persönlich und unter vier Augen anzusprechen, nach dem Urheber zu fragen und sich weitere Verbreitung zu verbieten. Auch wenn die Tratschmäuler zunächst dementieren, wird wenigstens der Schaden begrenzt. Wer sich ertappt fühlt, hält in der Regel die Klappe.

Fast noch wichtiger ist, sich nicht selbst zum Opfer zu machen. Es wirkt sowohl souveräner als auch sympathischer, die kolportierten Unwahrheiten etwa in einem Meeting nebenbei anzusprechen und mit Belegen dagegen zu arbeiten – allerdings stets unaufgeregt.

Nicht mit gleichen Waffen zurückschlagen

Der größte Fehler wäre, mit gleichen Waffen zurückzuschlagen. „Hüten Sie sich davor, über Ihren Widersacher ebenfalls Gerüchte zu verbreiten“, warnt Personalberater Schmidt. Manch einer hat von dem Auslöser vielleicht gar nichts mitbekommen und sieht nur den Konter. Und dadurch wirkt der Verteidiger prompt selbst wie ein Stuhlbeinsäger. Klüger ist die Haltung von Wilhelm Busch. Der sah im Neid „die aufrichtigste Form der Anerkennung“.

Klatsch und Tratsch lassen sich aber auch gezielt und zum eigenen Vorteil nutzen (siehe rechts). Weniger, um anderedamit zu beschädigen, sondern vielmehr um eine positive Reputation aufzubauen und den guten Leumund zu festigen. So nutzen Profis vor allem die Macht der po-sitiven Gerüchte, indem sie ein Netzvon Mentoren und Verbündeten knüpfen, die gut über sie reden. Stetig an seinemRuf zu arbeiten wirkt wie ein Schutzschild, hält Intriganten auf Distanz und steigert den Status.

In der Soziologie ist dieser Effekt schon länger als das „Dutch Admiral’s Paradigm“ bekannt: Zwei niederländische Offiziere schworen sich, während ihrer Amtszeit nur Gutes über die Taten des anderen zu berichten. Etwa, dass der eine der beste Mann sei, den die Marine hat, und dass man über die brillanten Ideen des anderen nur staunen könne. Wo immer das Duo auftauchte, verbreitete es Lobesarien über den Partner des Paktes – mit großem Erfolg: Nach ein paar Jahren waren die beiden die jüngsten Admiräle der Niederlande.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 10, 03.03.2008.

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