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18.11.2008 
Deutsche-Bank-Chef vor der Katholischen Akademie

Ackermann: „Auch Banker sind Menschen“

von Andreas Rinke

Vor der Katholischen Akademie in Berlin stellt sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann der Finanzkrise. Er räumt Fehler ein und wirbt für Verständnis. Der einst polarisierende Bankmanager gibt sich selbstkritisch und lobt er die Rolle der Politik bei den Rettungspaketen über den grünen Klee.

Vor der Katholischen Akademie stellte sich Josef Ackermann am Dienstagabend der Finanzkrise. Der Bank-Manager, der einst mit Siegerpose vor Gericht vor Aufsehen sorgte, gab sich einsichtig. Foto: ReutersLupe

Vor der Katholischen Akademie stellte sich Josef Ackermann am Dienstagabend der Finanzkrise. Der Bank-Manager, der einst mit Siegerpose vor Gericht vor Aufsehen sorgte, gab sich einsichtig. Foto: Reuters

BERLIN. Wenn es eine idealtypische Haltung nachdenklicher Bescheidenheit gibt, hat Josef Ackermann sie in diesem Moment gefunden. Mit übereinandergelegten Händen sitzt der Chef der Deutschen Bank am Dienstagabend still auf der Bühne der Katholischen Akademie in Berlin. Der enge hellblaue Sessel verstärkt den Eindruck noch, drängt seine Erscheinung zusammen. Victory-Zeichen macht man in solchen Situationen nicht.

Das aber erwarten die Zuschauer in dem überfüllten Saal auch nicht, nicht nach all den Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Es ist schon ein Ereignis, dass der Deutsche-Bank-Chef der Einladung der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" überhaupt gefolgt ist. Endlich stellt sich einer der gescholtenen Bankmanager einmal außerhalb der Bankenszene dem Dialog. Die Spannung steigt: ob der Schweizer so etwas wie öffentliche Buße ablegen will? Wenige Stunden zuvor hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück schließlich nochmals öffentlich gewütet, die deutsche Wirtschaftselite sei gierig und egoistisch.

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Ja doch, alle haben Fehler gemacht, räumt Ackermann ein, obwohl die Fragen an ihn eher brave Vorlagen als bohrende Inquisition sind: "Banker sind auch nur Menschen." Im Sommer etwa habe er selbst geglaubt, das Schlimmste sei vorbei: "Dann kam der Schock, den der Zusammenbruch von Lehman verursacht hat." Ja, viel zu lange hätten die Banken geglaubt, dass sich intransparente Produkte ohne Folgen verkaufen lassen: "Nun ist es wie in einem Weinkeller: Sie können gute Weine haben, aber wenn Sie die Flaschen unter Druck verkaufen müssen, bekommen Sie wenig dafür."

Mag sein, dass der Deutsche-Bank-Chef früher polarisiert hat. Dieser Ackermann gibt sich selbstkritisch, geläutert. Dass er sich in der Frage der staatlichen Bankenaufsicht vom "Saulus zum Paulus" gewandelt habe, hatte er schon vor seinem Besuch in der Katholischen Akademie betont. Nun lobt er die Rolle der Politik bei den Rettungspaketen über den grünen Klee.

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