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23.07.2008 
Deutsche-Bank-Chef

Ackermann trotz Protesten zum Honorarprofessor ernannt

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist im zweiten Anlauf zum Honorarprofessor der Frankfurter Universität berufen worden. Die Ernennung Ackermanns ist umstritten, Studenten- und Gewerkschaftsvertreter protestierten. Attac spricht gar von einer „Unverschämtheit“.

Trotz Protesten stimmte der Senat der Universität Frankfurt der Ernennung Josef Ackermanns zum Honorarprofessor am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit zu. Zuvor verhinderte das noch laufende Strafverfahrens im Mannesmann-Prozess eine Ernennung. Foto: dpaLupe

Trotz Protesten stimmte der Senat der Universität Frankfurt der Ernennung Josef Ackermanns zum Honorarprofessor am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit zu. Zuvor verhinderte das noch laufende Strafverfahrens im Mannesmann-Prozess eine Ernennung. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Ungeachtet der Kritik stimmte der Senat der Hochschule am Mittwoch einem Antrag des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften „mit überwältigender Mehrheit“ zu, wie die Goethe-Universität mitteilte. Ackermann war 2005 bei seiner Ernennung wegen des noch laufenden Strafverfahrens im Mannesmann-Prozess gescheitert. Insgesamt hat die Hochschule 137 Honorarprofessoren. Neben Ackermann erkannte der Senat auch dem Vorstandsvorsitzenden des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Wilhelm Bender (63), den Titel zu.

Der Allgemeine Studenten- Ausschuss (Asta) der Universität und die Wissenschaftsgewerkschaft GEW sehen darin ein falsches Signal. Sie kritisieren Ackermanns Entscheidung von 2005, trotz Milliardengewinnen bei der Deutschen Bank Tausende Jobs zu streichen. Der Mannesmann-Prozess wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue gegen Ackermann und fünf weitere Angeklagte war Ende 2006 gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisierte die Ernennung heftig und sprach von einer „Unverschämtheit“. Dies zeige, dass die Universitäten immer weniger einer freien Lehre und Forschung verpflichtet seien und immer mehr den Interessen der Wirtschaft folgten, sagte Attac-Sprecherin Frauke Distelrath der Nachrichtenagentur AP. Außerdem sei Ackermann angesichts der gegen ihn während des Mannesmann-Prozesses erhobenen Vorwürfe als Honorarprofessor nicht tragbar. Nicht zuletzt deswegen habe die Universitätsleitung bereits früher von einer solchen Ernennung abgesehen, sagte sie.

Universitätspräsident Rudolf Steinberg sagte, die Ernennung von Ackermann und Bender biete „eine hervorragende Basis für die weitere Verknüpfung von Theorie und Praxis im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften“. Laut Universitätssatzung haben Honorarprofessoren eine Lehrverpflichtung von mindestens zwei Semesterwochenstunden.

Sowohl Ackermann als auch Bender halten bereits seit Jahren an der Universität Seminare. Der Studiendekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Heinz Mathes, sagte, beide Top-Manager hätten bewiesen, dass sie „alle Qualifikationen eines hervorragenden akademischen Lehrers“ besäßen. Ackermann will nach Uni-Angaben künftig Seminare über das internationale Finanzsystem, Geldpolitik und Bankmanagement halten, Bender über Luftverkehr und Mobilität.

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