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15.10.2007 
US-Nachrichtensender

Aggressiv und unverblümt

von Gerti Schoen

Roger Ailes fackelt nicht lange, wenn es darum geht, eine vernünftige Idee in die Tat umzusetzen. So machte er es vor zwölf Jahren, als er für Rupert Murdochs News Corporation begann, den US-Nachrichtenkanal „Fox News“ aufzubauen. Und so lief es in den vergangenen Monaten, in denen er den Schwestersender „Fox Business Network“ auf die Beine stellte. Mit dem neuen Wirtschaftsfernsehen greift er ab dem heutigen Montag den Platzhirschen CNN an.

NEW YORK. „Es dauerte vier Jahre, bis wir CNN mit Fox News eingeholt hatten“, sagte der untersetzte 67-Jährige dem Wall Street Journal. „Es würde mich nicht überraschen, wenn wir das Ganze mit dem neuen Projekt noch einmal wiederholen würden.“ Fox News, vor elf Jahren gegründet, hat die konservative Medienrevolution in den USA eingeleitet. Als Ailes und Murdoch sich 1995 trafen, um über Fox News zu reden, waren beide sich einig: „CNN ist zu liberal“. Hatten konservative Politiker den Sender doch gar als das „Clinton News Network“ bezeichnet.

So entstand die Idee, einen Konkurrenzkanal zu gründen, der dem Geschmack eines konservativeren Publikums treffen sollte. Den Durchbruch schaffte Fox News mit dem Monica-Lewinsky-Skandal, über den der Sender aggressiv und unverblümt parteiisch berichtete. Ailes schaut heute noch seinem journalistischen Personal regelmäßig auf die Finger. „Wenn ich etwas besonders Scheußliches über Amerika bei uns sehe, dann rufe ich in der Nachrichtenredaktion an und frage: ’Haben wir Bilder von Leuten, die an der Grenze stehen und rauswollen?’ Nein, kein Mensch will raus aus Amerika. Wir müssen dies im Auge behalten, wenn wir Bericht erstatten.“

Ailes arbeitete zuerst als Redakteur für einen lokalen TV-Sender in Cleveland/Ohio. CNBC holte ihn 1993, um den Wirtschafts-TV-Kanal CNBC zu leiten – den heutigen Rivalen von Fox Business Network. Schon damals sorgten sich Journalisten um Ailes´ Parteilichkeit. Er hatte lange für die Republikaner gearbeitet: 1968 war er Medienberater von Richard Nixon, später von Ronald Reagan und George Bush Senior.

Wie sein neues Wirtschaftsfernsehen aussehen wird, dazu schweigt Ailes. Bekannt ist nur, dass die frühere HP-Chefin Carly Fiorina eine Rolle spielen wird. Aber die Konkurrenz nimmt ihn sehr ernst. Schon vor Jahren warnte der frühere General-Electric-Chef Jack Welch, zu dessen Konzern auch CNBC gehört: „Wir werden den Tag bereuen an dem wir zugelassen haben, dass Rupert und Roger gemeinsame Sache machen.“

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