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07.08.2008 
42 Millionen Euro Buchverlust

Aktienoptionen: Schrempp entgehen Millionen

von Dieter Fockenbrock und Sönke Iwersen

Jürgen Schrempp hat zu lange gewartet. Hätte er die Aktienoptionen aus seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler im vergangenen Sommer eingelöst, wären ihm 50 Millionen Euro zugeflossen. Hätte er im Oktober zugeschlagen, wäre er sogar um 75 Millionen Euro reicher geworden. Doch Schrempp hielt still – und die Aktie brach ein.

Jürgen Schrempp, Ex-Chef von Daimler-Chrysler. Foto: ReutersLupe

Jürgen Schrempp, Ex-Chef von Daimler-Chrysler. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Der ehemalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp hat in den vergangenen zwölf Monaten mit seinen Aktienoptionen einen Buchverlust von 42 Millionen Euro erlitten. Aktuell sind seine Optionen noch acht Millionen Euro wert. Weil Schrempp seine Optionen nicht einlöste, konnte er vom Kursanstieg seit seinen Rücktritt nicht profitieren. Die Daimler-Aktie wird aktuell mit rund 39 Euro bewertet und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie im Juli 2005, als Schrempp seinen Abschied von Daimler ankündigte.

In der Zwischenzeit hätte Schrempp gewaltige Summen einstreichen können – vor allem in den vergangenen zwölf Monaten. So wurden erst im Sommer 2007 die Aktienoptionen fällig, die Daimler Schrempp für das Jahr 2001 gewährt hatte. Insgesamt standen ihm damit 50 Millionen Euro zu. Im Oktober 2007 übersprang die Aktie auch noch die Marke von 74,76 Euro. Damit wurden auch die Optionen aus dem Jahr 2000 fällig. Hätte Schrempp zu diesem Zeitpunkt verkauft, wären ihm sogar 75 Millionen Euro zugeflossen.

Doch Schrempp wartete ab - jedenfalls sind keinerlei Verkäufe bei den entsprechenden Stellen gemeldet. Weil sich der Daimler-Kurs seit Jahresbeginn halbiert hat, trifft es den Ex-Chef nun härter als die Aktionäre. Viele von Schrempps Optionen verfallen jetzt ganz. So sind die Optionen aus den Jahren 2001, 2002 und 2004, die allein 25 Millionen Euro wert waren, wegen des niedrigen Börsenkurses heute wertlos. Würde Schrempp jetzt alle Optionen einlösen, brächten sie ihm nur noch acht Millionen Euro. Im Vergleich zum vergangenen Sommer, als die Optionen 50 Millionen Euro wert waren, wäre das ein Wertverlust von 84 Prozent.

Das im Jahr 2000 genehmigte Optionsprogramm von Daimler-Chrysler stand in der Vergangenheit stark in der Kritik, weil es die betreffenden Vorstände für schlechte Leistungen geradezu belohnte. Im Jahr 2000 lag der Ausübungspreis für die Optionen bei 74,76 Euro, 2001 bei 66,96 Euro und 2003 nur noch bei 34,40 Euro. Ausgerechnet 2003, als der Gewinn um 91 Prozent fiel, gewährte der Aufsichtsrat Schrempp die meisten Optionen. Noch immer stehen ihm aus diesem Jahr Optionen im aktuellen Wert von rund fünf Millionen Euro zu.

Im Aufsichtsrat des Konzerns war im Jahr 2000 die Vergütung von Schrempp ein Streitthema. Die Arbeitnehmerseite sprach sich laut Betriebsratschef Erich Klemm fast geschlossen dagegen aus. Nur der Vertreter der leitenden Angestellten, der selbst von dem Programm profitierte, stimmte dafür. Daimler hat das Programm, das nicht nur für Schrempp, sondern für 6 000 Führungskräfte galt, inzwischen geändert. Zu den konkreten Optionen für Schrempp nahm Daimler auf Anfrage keine Stellung.

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