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18.02.2008 
Nicolas Hayek - Verwaltungsratspräsident der Swatch-Gruppe

Alle hören auf den Takt des Schweizer Uhrenkönigs

von Jan Dirk Herbermann

Nicolas Hayek wird 80 Jahre alt und will jetzt mit grüner Technologie seinen Ruhm und sein Swatch-Vermögen weiter mehren.

Nicolas Hayek. Der Migrant aus dem fernen Libanon rettete Helvetiens Uhrenindustrie vor dem Untergang. Archivfoto: dpa.

Nicolas Hayek. Der Migrant aus dem fernen Libanon rettete Helvetiens Uhrenindustrie vor dem Untergang. Archivfoto: dpa.

HB GENF. Eifrige Bewunderer vergleichen den 1,69 Meter großen Uhrenkönig Nicolas Hayek mit Napoleon: Noch ein egomanischer Tausendsassa, der die Welt zwingt, in seinem Takt zu schlagen.

Das jüngste Projekt Hayeks zeigt zumindest, dass er weiter die Zeichen der Zeit erkennt: Der Verwaltungsratspräsident der Swatch-Gruppe hat die Umweltfirma Belenos Clean Power Holding gegründet. Sie soll sich an „in- und ausländischen Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Energie, Antriebssysteme, Ökologie sowie in verwandten Gebieten“ beteiligen. Vor allem will Hayek in Wasser- und Solarkraft investieren.

Anders ausgedrückt: Grüne Techniken werden Ruhm und Vermögen des Multimilliardärs weiter mehren. Für die Veredelung des Hayek’schen Prestiges wird auch Hollywoodstar George Clooney im Verwaltungsrat der Belenos sorgen. Der Beau lächelt schon für die Hayekmarke Omega in die Kameras.

Hayek demonstriert mit seiner neuesten Firma pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am morgigen Dienstag, dass ein Wort für ihn nicht existiert: Ruhestand. „Würden Sie einen Mann entlassen, der um sechs Uhr dreißig voller Energie zu arbeiten anfängt, der Englisch, Französisch und Deutsch perfekt spricht, der Beziehungen zu allen Regierenden und wichtigen Meinungsführern der Welt hat und ein Topunternehmer ist?“ fragt der knorrige Patron.

Hayeks ausuferndes Selbstbewusstsein ist auch Produkt seines größten Coups: Der Migrant aus dem fernen Libanon rettete Helvetiens Uhrenindustrie vor dem Untergang –für diese Tat haben ihn viele Eidgenossen auf ewig ins Herz geschlossen. „Die Schweiz hat Nicolas Hayek viel zu verdanken“, lobt Adolf Ogi, Ex-Bundespräsident des Landes.

Es war in den siebziger Jahren. Die einstmals so stolzen Schweizer Uhrenmanufakturen lagen danieder, gegen die billige Massenkonkurrenz aus Fernost wussten sich die detailversessenen Tüftler nicht zu helfen. Damals reüssierte Hayek bereits als Unternehmensberater: Die Gläubigerbanken der Uhrenindustrie heuerten Hayek an. Der hemdsärmelige Macher mischte die verschlafenen Betriebe auf, restrukturierte, straffte und fusionierte die Firmen zu einem Unternehmen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hayek revolutionierte die ganze Branche – mit der Swatch

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