Die Entscheidung für das Internet wurde seit vielen Monaten diskutiert. Langenscheidt spürt bei den Lexika seit langem die Konkurrenz aus dem Internet. „Bei Brockhaus müssen wir einen leichten Umsatzrückgang in diesem Jahr hinnehmen. Das ist nicht zufriedenstellend, liegt aber im Plan“, sagte Langenscheidt noch auf der Frankfurter Buchmesse. Der Wirtschaftsingenieur mit einem MBA-Abschluss in Los Angeles fügte schon damals an: „Auch wir beschäftigen uns mit der Frage des kostenlosen Nachschlagens im Internet.“
Nun sind die Würfel gefallen. Die Aufregung im Verlag ist groß. Denn nicht nur das große 30-bändige Lexikon wird eingestellt, sondern auch andere Nachschlagewerke stehen zur Disposition. In dem Mannheimer Verlag namens „Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus“ erscheint auch der Nachschlageklassiker Meyer.
Für die Verlagsgruppe Langenscheidt lief es insgesamt zuletzt gut. Im vorletzten Jahr legte der Gesamtumsatz der Verlagsgruppe um 3,1 Prozent auf 263 Millionen Euro zu. Eine Bilanz für 2007 liegt erst im Mai vor. Die Umsatzrendite soll 2006 bei über fünf Prozent gelegen haben, verriet Andreas Langenscheidt zuletzt.
Der Verleger mit dem weißgrauen Haar, der einst für sein Familienunternehmen das US-Geschäft aufbaute, will Vorsorge treffen. Seit fünf Generationen ist das Unternehmen, dass einst Gustav Langenscheidt 1856 in Berlin gründete, in Familienhand. Der persönlich haftende Gesellschafter Andreas Langenscheidt, der seit 1994 die Langenscheidt-Gruppe führt, betrachtet sein Unternehmen nicht nur als Buchverlag, sondern vielmehr als Inhalteanbieter, der auf allen Plattformen, vor allem auch im Internet, präsent sein muss.
