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19.11.2008 
Marketing-Manager Lars Olofsson

Bei Carrefour klingelt der Eismann

von Holger Alich

Mit gesunder Ernährung im Tiefkühlbereich hat der Schwede Lars Olofsson sich einen Namen gemacht. Für den Lebensmittelriesen Nestlé brachte der Manager die Marke Findus auf Erfolgskurs. Jetzt löst er José Luis Duran beim Handelsriesen Carrefour ab. Die Franzosen haben große Erwartungen an den kühlen Skandinavier.

Beim französischen Handelsriesen Carrefour regiert künftig ein Schwede. Foto: APLupe

Beim französischen Handelsriesen Carrefour regiert künftig ein Schwede. Foto: AP

PARIS. Es war ein Rauswurf auf Raten: Im Sommer verlor Carrefour-Chef José Luis Duran seinen Posten im Aufsichtsrat. Gestern stellten ihm die Carrefour-Großaktionäre Bernard Arnault und der Fonds Colony Capital endgültig den Stuhl vor die Tür. Arnault und Colony, die ihre Carrefour-Aktien im Konsortium Blue Capital gebündelt haben, heuerten als Nachfolger Lars Olofsson an, bis dato Strategie- und Marketingchef des Lebensmittel-Riesen Nestlé.

„Carrefour benötigt tiefgreifende Veränderungen in einem geänderten Marktumfeld“, hieß es zur Begründung aus dem Umfeld von Blue Capital. „Dafür brauchen wir einen neuen Mann an der Spitze.“ Nach schlechten Halbjahreszahlen und mehreren Gewinnwarnungen hatte Duran nicht mehr das Vertrauen seiner Großaktionäre. Seit Arnault und Blue Capital im Frühjahr 2007 mit knapp zehn Prozent bei Carrefour eingestiegen sind, hat ihr Investment 40 Prozent verloren.

Mit dem gebürtigen Schweden Olofsson holen sich die Carrefour-Aktionäre ab Januar einen Marken-Experten ins Haus, der zudem Frankreich gut kennt. Der Topmanager mit dem grauen, zurückgekämmten Haar und den stahlblauen Augen fing bei Nestlé im Jahr 1976 in Schweden als Manager für Tiefkühlprodukte der Marke Findus an.

Stetig stieg Olofsson, Jahrgang 1951, auf und leitete bei Nestlé France in den 80er-Jahren das Marketing für Diät- und Milchprodukte. Im Jahr 1992 rückte er an die Spitze von Nestlé France und Anfang des neuen Jahrtausends auf den Chefposten für Europa. Seit dem Jahr 2005 war er Vizepräsident mit der Verantwortung für das Marketing.

Dem langsamen Volumen-Wachstum in Europa wollte er Wertwachstum entgegensetzen. „Wer seinem Produkt keinen Mehrwert geben kann, hat ein ernsthaftes Problem“, sagte er der „Absatzwirtschaft“ vor einem Jahr. So trieb er bei Nestlé die Entwicklung im Bereich gesunde Ernährung voran.

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