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08.04.2008 
Nestlé-Chef Brabeck und Novartis-Chef Vasella

Biker unter sich

von Oliver Stock

Nestlé-Chef Peter Brabeck und Daniel Vasella, Chef des Pharmakonzerns Novartis, kennen sich gut. Das liegt nicht nur an der Vorliebe der beiden Schweizer Topmanager für schwere Motorräder. Sie haben schon so manchen Milliarden-Deal gemeinsam eingefädelt.

Peter Brabeck gibt den Vorstandsvorsitz von Nestle´ ab.Lupe

Peter Brabeck gibt den Vorstandsvorsitz von Nestle´ ab.

ZÜRICH. Manchmal müssen es eben Superlative sein: Über den „größten Deal der Schweizer Wirtschaftsgeschichte“ unterhielten sich gestern die Analysten in Zürich, meinten damit den zwischen Nestlé und Novartis und waren beeindruckt. Rund 25 Milliarden Euro wird Novartis an Nestlé dafür zahlen, dass der Pharmahersteller vom Lebensmittelproduzenten dessen Anteile am Spezialisten für Augenheilkunde Alcon übernimmt.

Und da Geschichte von Menschen geschrieben wird oder, wie der Historiker Leopold von Ranke feststellt, eben von „großen historischen Persönlichkeiten“, waren Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe und sein Kollege von Novartis, Daniel Vasella, gesuchte Leute. Das war nicht immer so.

Die beiden, die in jedem Kinostreifen ein smartes Gespann abgeben würden, kennen sich gut. Sie zählen zu jener handverlesenen Schar von ausschließlich Herren, die an der Spitze von Schweizer Unternehmen stehen, deren Gemeinsamkeit es ist, von ihrem überschaubaren Standort aus die Welt derart mit Produkten aus dem eigenen Haus zu beglücken, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.

Es gibt private Vorlieben, die sie teilen. Etwa die für schwere Motorräder. Brabeck knattert auf einer solchen Maschine beispielsweise zum Jazz-Festival von Montreux, das ganz um die Ecke der Firmenzentrale von Nestlé am Genfer See liegt. Vasella seinerseits lässt sich in Lederkluft auf seiner schweren BMW ablichten, nachdem es ihm als frisch gekürter Chef von Novartis gelungen ist, ein Blutkrebs-Medikament in Rekordzeit vom Labor bis zum Patienten zu bringen. „Super-Dan“ schreiben die US-Zeitungen unter das Foto.

Dass der jüngste Milliardendeal bei einer Motorradtour über die Alpenpässe unter den Augen treuherzig blickender Kühe ausgehandelt wurde, ist allerdings eine bloße Vermutung, die alle Beteiligten energisch zurückweisen. Nichts soll hier bitte schön nach „Kuhhandel“ aussehen, sagt einer.

Und überhaupt: Es wäre ja auch zu einfach. Selbst wenn andere historische Persönlichkeiten, wie etwa Kohl und Gorbatschow, als sie in der Datscha des Russen Deutschland wiedervereinigten, so etwas miteinander trieben. Bei Brabeck und Vasella läuft alles nach Vorschrift.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vasella braucht den Beifall dringend

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