Raikes, der sein neues Amt am 2. September offiziell antritt, muss nicht nur die Organisation ausbauen und die Mittelflut in geordnete Bahnen lenken, sondern sich überdies als Botschafter des guten Willens für eine Organisation beweisen, die wegen ihrer tiefen Taschen und globalen Ambitionen auch Kritiker hat. Ohne die enge Zusammenarbeit mit Behörden und privaten Hilfsorganisation in aller Welt, sagen Experten, könne die Stiftung ihr Mandat nicht erfüllen.
Zusätzlich schwebt über Raikes ab August Bill Gates, der aus der aktiven Leitung von Microsoft ausscheidet. Er bleibt zwar Vorsitzender des Verwaltungsrates, konzentriert sich aber ansonsten auf die Stiftungsarbeit. Zusammen mit seiner Frau verkörpert er die Macht in der Stiftung, ohne dass beide auf definierte Rollen festgelegt sind. Aber dank seiner langjährigen Beziehung zu den Stiftungsgebern hat Raikes zumindest Erfolgschancen, auch wenn er nicht so frei herrschen kann wie seine Vorgängerin. Patty Stonesifer, die ebenfalls von Microsoft kam, weigerte sich, mehr als einen Dollar Gehalt pro Jahr zu beziehen. Raikes wird dagegen laut Melinda Gates „so bezahlt, wie es für Stiftungen dieser Größe üblich ist“. Eine Zahl nannte sie nicht.Jeff Raikes wird 1959 in Nebraska geboren. An der Stanford University studiert er Ingenieurwissenschaften und Ökonomie. Nach dem Studium arbeit er für kurze Zeit bei Apple und tritt 1981 mit der Personalnummer 105 bei Microsoft ein und wird 1984 Leiter der Vermarktung von Softwareanwendungen ein. Seine Frau Tricia hatte die Personalnummer 75. Er machte Microsofts graphische Anwendungen, darunter das Office Programm, für Windows- und Mac-Computer zu einem Geschäftsbereich mit 16 Mrd. Dollar Umsatz. Anfang des Jahres gab er seine Management-Position an Stephen Elop ab und kündigte an, er werde Ende August bei Microsoft ausscheiden,
