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20.02.2006 
Christoph Mura

Börse Stuttgart beruft neuen Chef

Ab März wird die Börse Stuttgart von zwei Vorständen geführt. Christoph Mura ist zum Vorstandsvorsitzenden berufen worden. Der 47-jährige hat zuvor Banken und Versicherungen in EDV-Fragen beraten.

HB STUTTGART. Die Börse Stuttgart wird ab März von zwei Vorständen geführt. Die Börse teilte mit, der 47-jährige Christoph Mura sei zum Vorstandsvorsitzenden berufen worden. Der bisherige Alleinvorstand Andreas Willius solle sich auf die Verwaltung sowie die strategische Markt- und Produktentwicklung konzentrieren. Mura wird neben der Konzern-Koordination und Unternehmensentwicklung sowie der Informationstechnologie auch den neu geschaffenen Bereich Marktsteuerung verantworten. Stuttgart ist nach Frankfurt die zweitgrößte Börse mit einem Marktanteil von 5,7 Prozent.

„Die Personalentscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der Informationstechnik als Wettbewerbsfaktor der Börsen wider“, erklärte Aufsichtsratschef Horst Marschall. Willius führte die Stuttgarter Börse seit knapp zwei Jahren allein.

Mura hat eine Firma mitgegründet, die Softwareentwicklung für den Wertpapierhandel und die Einrichtung von Handelsplattformen anbietet. Er hat zudem Banken und Versicherungen in EDV-Fragen beraten. Mura bringt damit die Kompetenz mit, die derzeit für Regionalbörsen am wichtigsten ist. Das bislang verwendete elektronische Handelssystem Xontro ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Außerdem müssen sich die Regionalbörsen immer stärker mit der Konkurrenz des außerbörslichen Handels auseinander setzen. Die Börse München hatte im vergangenen Jahr mit dem System Max One einen Alleingang versucht. Das Stuttgarter System Xontro sollte dagegen noch in diesem Jahr mit einem Partner überarbeitet werden. Willius hatte zuletzt Gespräche mit Frankfurt bestätigt. Muras Berufung und damit die teilweise Entmachtung von Willius deuten darauf hin, dass die Stuttgarter jetzt vielleicht einen Alleingang ohne Frankfurt wagen wollen. mwb

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