Bei seinem Aufstieg zum Konzernchef nimmt er sie 1995 mit als Büroleiterin in die Stuttgarter Firmenzentrale. In der Konzernhierarchie steigt sie in den Rang E2 auf, eine Ebene unterhalb der Direktorenebene. Nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau heiratet Schrempp seine Büroleiterin im Jahr 2000. Das Paar hat zwei Kinder.
Schon damals sorgt die Liaison am Arbeitsplatz für böses Blut im Konzern, weil der Chef das ungeschriebene Gesetz missachtet, dass Familienmitglieder nicht in einer Abteilung zusammen arbeiten dürfen. Lydia Schrempp ist stets an der Seite ihres Ehemanns. Wer mit ihm reden will, muss sich erst ein Plazet der Gattin holen. Ihr Einfluss auf den Chef bringt ihr den Spitznamen „Hexle“ im Konzern ein. Der Weg durch ihr mit Teddybären gesäumtes Vorstandsvorzimmer in Stuttgart ist lange Zeit die Schleuse zur Macht in Schrempps Küchenkabinett.
Mit dem Ausscheiden der Gattin endet das letzte Reizthema aus der Schrempp-Ära. Selbst Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm legte Schrempps Gattin im vergangenen September den Rückzug nahe. Sie hatte sich weitere Sympathien im Konzern verscherzt, als sie ihrem Jürgen zum 63. Geburtstag ausgerechnet einen Mini aus dem Hause des Erzrivalen BMW schenkte.
