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27.10.2006 
Springer & Jacoby

Der Elefant im Werbeladen

von Gregory Lipinski

Elephant-Seven-Chef Horst Wagner soll das angeschlagene Werbe-Flaggschiff Springer & Jacoby retten. Der 52-Jährige löst Oliver Schwall ab, der das Unternehmen verlässt. Wagner steht vor einem Kraftakt.

HAMBURG. Das kann wohl nur Werbern einfallen. Als die Kreativchefs von Springer & Jacoby vor einigen Jahren über einen Namen für ihren Internetableger sinnieren, starren sie stundenlang an die Wand. „Welche Farbe ist das eigentlich?“ murmelt einer. Prompt kommt die Antwort: „Elefantengrau Nummer 7“. Schon steht der Name der S&J-Tochter fest: „Elephant Seven“. Das war 1996.

Jetzt erbt Springer & Jacoby von ihrer Internetagentur auch noch den Chef. Horst Wagner, bisher Vorstandschef und Mitgründer der Werbeholding Elephant Seven, ist künftig Geschäftsführer der traditionsreichen, aber schwer angeschlagenen Agentur in der Hamburger Innenstadt. Der 52-Jährige mit stets kurz geschnittenen Haaren und schlanker Figur löst Oliver Schwall ab, der das Unternehmen verlässt. Ein Nachfolger für Wagner bei Elephant muss noch gefunden werden.

Mit Wagner soll Springer & Jacoby endlich den Neuanfang schaffen. „Ich bin die Klammer, die alle Disziplinen zusammenhält“, sagt er selbst energisch, schiebt dabei sein Kinn nach vorne und lässt seinen Drei-Tage-Bart anschwellen. Sein neuer Kurs ist klar: Er will klassische Werbung, Online und Direktmarketing stärker verbinden, um neue Kunden anzulocken. Damit soll S&J wieder zur Top-Adresse in Deutschlands Werbebranche aufsteigen.

Wagner steht vor einem Kraftakt: Die ehemalige Vorzeigefirma hat in der hart umkämpften Branche an Glanz und Glamour verloren. Zu viel Personal und zu wenige Aufträge stürzten die Kreativschmiede in die wirtschaftliche Krise. Als die beiden Deutschland-Chefs Alexander Schill und Jörg Schultheis 2005 gehen, verschärft sich die Talfahrt. Lukrative Kunden wie Veltins, Axel Springer und Hamburg-Mannheimer kehren der Agentur den Rücken. Im Sommer der schwerste Schlag: Nach mehr als 16 Jahren verlieren die Hamburger ihren umsatzstärksten Kunden Mercedes-Benz – ausgerechnet an den lokalen Konkurrenten Jung von Matt.

Die Ernennung von Wagner zum Geschäftsführer bei S&J kommt für die Branche völlig überraschend. Noch vor einigen Monaten hatte der Manager selbst versucht, den Mutterkonzern zu schlucken – mit Rückendeckung von Konstantin Jacoby und Reinhard Springer – Anteilseigner bei Elephant Seven und S&J-Firmengründer. Sein Plan: Springer & Jacoby, E7 und die Multimedia-Agentur Pixelpark sollen zu einer Werbeholding verschmelzen. Der Deal geht schief, die Banken winken ab. Wagner setzt auf Plan B: Er verhandelt mit Pixelpark über eine Fusion.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Fraglich ist, ob Wagner das Ruder herumreißt

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