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06.08.2008 
Nikolaus von Bomhard

Der Erfolgsverwöhnte

von Axel Höpner

Nikolaus von Bomhard ist Chef der Münchener Rück und dank seiner unprätentiösen Art einer der beliebtesten Dax-Vorstandschefs. Doch die allgemeine Sympathie wird ihm dieser Tage nicht viel nutzen: Vergangene Woche brach der Kurs ein. Nun gilt es, die Investoren zu überzeugen.

Nikolaus von Bomhard will am Erstversicherer Ergo festhalten. Foto: apLupe

Nikolaus von Bomhard will am Erstversicherer Ergo festhalten. Foto: ap

MÜNCHEN. Gäste empfängt der Hausherr gern persönlich. Manch hochrangiger Manager lässt Besuch ja erst einmal demonstrativ ein wenig warten, ehe die Sekretärin zum Abholen an den Eingang geschickt wird. Bei der Münchener Rück aber eilte vor wenigen Tagen ein freundlicher Herr im unauffälligen Anzug, mit lichtem Haarkranz und runder Brille im Gesicht die Treppen der altehrwürdigen Konzernzentrale hinunter, um Gäste aus dem Ausland persönlich zu begrüßen. Es ist Nikolaus von Bomhard, Chef des größten Rückversicherers und dank dieser unprätentiösen Art einer der beliebtesten Dax-Vorstandschefs.

Doch die allgemeine Sympathie wird ihm dieser Tage nicht viel nutzen, ungewohnter Gegenwind bläst dem 52-Jährigen ins Gesicht: Eine heftige Gewinnwarnung ließ vergangene Woche den Kurs einbrechen. Am Mittwoch will von Bomhard den verunsicherten Investoren bei Vorlage der Halbjahreszahlen erklären, warum er den Konzern trotz sinkender Gewinne auf Kurs sieht. Überzeugen muss er auch den als aggressiv geltenden Anteilseigner Cevian, damit die Schweden stillhalten und ihn machen lassen.

Die Münchener Rück und ihr Chef waren lange vom Erfolg verwöhnt. Bomhards Vorgänger hatte sich 2003 mit dem ersten Verlust seit Jahrzehnten verabschiedet - wegen hoher Abschreibungen und Problemen bei der Beteiligung Hypo-Vereinsbank. Unter Bomhards Führung folgten vier Rekordjahre. Mit dem Programm "Changing Gear" verordnete er dem Konzern - der als solide, aber etwas verschlafen galt - ein besseres Kapitalmanagement und eine schnellere Gangart.

Der Kulturwandel gelang. Bomhard weiß, was er dem Konzern zumuten kann, er kennt ihn schon sehr lange. Begann doch der gebürtige Mittelfranke seine Karriere nach dem Jurastudium direkt als Trainee bei dem Rückversicherer. 1997 schickte ihn der Vorstand nach Brasilien, wo er das Südamerika-Geschäft ausbaute. Dabei dürfte der Adels-Spross auch sein diplomatisches Talent ausgebaut haben. Bomhard spricht eine Hand voll Fremdsprachen und gilt als guter Zuhörer. Viele Beschäftigte bei der Münchener Rück geraten regelrecht ins Schwärmen, wenn sie von ihm sprechen. "Ich habe noch nie einen besseren Chef gehabt", sagt einer. Auf der anderen Straßenseite, bei der Allianz dagegen, gehe es rauer zu, flüstert der Flurfunk.

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