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07.10.2008 
Mark Zuckerberg

Der ewige Student

von Thomas Knüwer

Mark Zuckerberg ist mit dem sozialen Netzwerk Facebook in Deutschland nicht erfolgreich. Zum Start einer neuen Marketing-Kampagne ist er nach Berlin gereist – und attackiert die deutsche Nummer eins StudiVZ.

Mark Zuckerberg gibt sich wie ein Student. Im Konzern herrscht aber inzwischen ein anderer Ton. Foto: apLupe

Mark Zuckerberg gibt sich wie ein Student. Im Konzern herrscht aber inzwischen ein anderer Ton. Foto: ap

BERLIN. Die Blicke der Eintretenden irrlichtern umher im Hörsaal C130 der TU Berlin. Ist er schon da? Nein. Oder doch? Ist nicht der klein gewachsene, blasse Typ...? Ja, da vorn steht er tatsächlich, unauffällig, wie alle sagen. Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook. Ohne die Badelatschen allerdings, die zu seinem ikonographischen Markenzeichen geworden sind.

Angereist ist er zum Start einer neuen Marketing-Kampagne, es ist einer seiner höchst seltenen öffentlichen Auftritte. Doch wenig mitreißend ist sein Vortrag und ohne großartige neue Informationen. Er stellt Facebook vor, sein Unternehmen, das aktivste Social Network der Welt mit über 110 Millionen aktiven Nutzern. Und er tut dies vor Menschen, die über Facebook von dem Termin erfahren haben, längst Nutzer sind, all das schon kennen.

Wer in diesem Moment dort sitzt, dem könnte ein Fehler unterlaufen, den viele machen: Mark Zuckerberg zu unterschätzen. Seine Spitzen kommen hübsch verpackt und mit Schleifen in Facebook-Blau verziert. Denn was er an Neuem verkündet, ist eine Kampagne, um mehr deutsche Studenten für seinen Dienst zu gewinnen - ein offener Angriff gegen den deutschen Marktführer StudiVZ (der wie das Handelsblatt zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört). 100 Studenten in Berlin und 100 in München sollen sich darin messen, welche Gruppe mehr neue Facebook-Nutzer gewinnen kann. Eine Idee, die StudiVZ groß gemacht hat: Menschliche Ansprechpartner sorgen mit prophetischem Eifer für virale Verbreitung.

Damit beginnt ein Zangenangriff auf StudiVZ. Denn jüngst reichte Facebook auch noch eine Klage gegen das deutsche Gegenstück ein. Vorwurf: StudiVZ habe das Layout des US-Vorbildes geklaut. „Wir mussten das machen um unsere Rechte zu sichern“, rechtfertigt sich Zuckerberg auf Nachfrage: „Unser Ziel ist es aber, die Sache aus der Welt zu räumen um friedlich miteinander auszukommen.“

Er erntet ein Schmunzeln: Auch viele Studenten haben aus den Medien vernommen, dass Facebook StudiVZ gerne kaufen würde. Derzeit ist die Marktlage eindeutig: StudiVZ und seine Ableger SchülerVZ und MeinVZ kommen auf über 10 Millionen Nutzer – Facebook zählt in Deutschland 1,2 Millionen.

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