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19.04.2007 

Arbeitsplatz von Michael Pluta: Helle Farben, kein Platz für Trübnis.Lupe

Arbeitsplatz von Michael Pluta: Helle Farben, kein Platz für Trübnis.

In Fachkreisen ist Pluta nicht erst seit BenQ ein Begriff. Seit 25 Jahren mischt er im Insolvenzgeschäft mit, anfangs in Hamburg, später dann in seiner Heimatstadt Ulm. Überhaupt Hamburg: Wenn Pluta von seinen Studienzeiten in der Hansestadt spricht, hört man Wehmut durch. Vielleicht hat auch deshalb sein Sohn Maximilian, Diplom-Kaufmann und Rechtsreferendar, seinen aktuellen Standort in Hamburg. Wenn der Junior – wie geplant – später einmal in die Führungsriege der Insolvenz-Kanzlei einziehen sollte, dann dürfte aber auch ihm ein Umzug auf die Schwäbische Alb nicht erspart bleiben. Denn Plutas geschäftliche Wurzeln liegen im süddeutschen Raum. Vorsichtig hat er sich auch in den Norden der Republik vorgetastet sowie Büros in Mailand und Barcelona eröffnet.

Ein Versuch, mit der nicht weniger bekannten Insolvenz-Kanzlei Kübler (Köln/Dresden) zu fusionieren, scheiterte vor sechs Jahren. Zum Glück, wie Pluta heute findet. „Wir passten nicht zueinander.“ Seitdem versucht er, das rasante Wachstum aus den eigenen Reihen zu bewältigen. Mehr als 200 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, doppelt so viele wie noch zur Jahrtausendwende.

Das Geschäft mit den Firmenpleiten ist in Deutschland heftig umkämpft. Noch vor wenigen Jahren war die Branche ein Closed Shop, weil die zuständigen Amtsgerichte Listen mit ortsansässigen Kanzleien führten, denen sie die Aufträge zuwiesen. Neulinge hatten keine Chance. Erst der Bundesgerichtshof knackte vor drei Jahren diese Regionalmonopole.

Zu diesem Zeitpunkt war Pluta schon längst im Süden flächendeckend unterwegs. Seit dem Urteil versuchen alle Verwalter, auf möglichst viele Gerichtslisten zu kommen, sagt Experte Haarmeyer.

Und wenn die Amtsrichter rufen, dann muss es vor allem sehr schnell gehen. BenQ etwa vereitelte einen Kurzurlaub Plutas mit seiner Frau im oberitalienischen Como. Doch er kümmert sich nicht nur um die großen Fälle. Auch eine kleine Plastikfabrik in Ravensburg mit 15 Beschäftigten ist Chefsache.

Das alles sieht sehr nach einem Chef aus, der nicht loslassen kann. Das Gegenteil ist der Fall – zumindest langfristig. Sohn Maximilian bereitet sich auf den Einstieg in die Firma vor.

Und kurzfristig hält sich der verheiratete Vater von vier erwachsenen Kindern immerhin jedes Jahr vier bis fünf Wochen Urlaub frei. Und wenn ihm seine Sekretärin sagt, dass er heute aber keine gute Laune habe, dann verzieht er sich gerne aus seinem Ulmer Büro „zum Abreagieren“ in sein Ferienhaus im oberbayerischen Oberstdorf oder an sein Klavier daheim.

Im Idealfall allein. Denn beim Musizieren unternimmt der erfolgreiche Jurist gar nicht erst den Versuch, in der ersten Reihe zu spielen.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Der Anwalt und seine Kanzlei.

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