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13.05.2008 
Horst-Dieter Esch

Der Handball-Missionar aus Deutschland

von Hans Weymar

Wenn das oft so kritische „Manager Magazin“ jemand bezeichnet als „eine der schillerndsten und vermutlich eine der erfolgreichsten Unternehmerpersönlichkeiten der letzten Dekade“, dann könnte man vermuten, dessen Name bliebe im Kopf der Öffentlichkeit hängen. Doch so ist es nicht im Fall von Horst-Dieter Esch.

KÖLN. 1982 verfasste das Magazin die Jubelzeilen, Eschs Aufstieg vom Sohn eines Maschinenschlossers zum Chef des Mainzer Baumaschinenkonzerns IBH hatte ihn zum Wunderknaben gemacht. IBH kaufte und kaufte, der „Economist“ nannte diese Expansion „Esch-pansion“.

Ein Jahr später war alles vorbei. IBH legte einen der spektakulärsten Konkurse der deutschen Nachkriegsgeschichte hin. Am Ende standen rund eine Milliarde Mark Schulden, beinahe wäre die Privatbank Schröder, Münchmeyer & Hengst, die IBH für 900 Millionen Mark Kredite bewilligt hatte, auch über den Jordan gegangen. 1984 verurteilte das Landgericht Koblenz Esch wegen Betrugs zu sechseinhalb Jahren Haft. 1988 kam er frei und wanderte aus in die USA. Dort kaufte er die Model-Agentur Wilhelmina und verdiente gut: Topmodels wie Linda Evangelista zählten zu seinen Klienten. Deutschland? Weit weg.

In den kommenden Monaten wird Eschs Name in der Heimat wohl wieder präsenter werden. Der Mann mit Wohnsitz in Park City, Utah, möchte bei Sponsoren Geld einsammeln um mit dem urdeutschen Spiel Handball den wichtigsten Sportmarkt des Globus erobern. „Ich habe mir aufs Schild geschrieben, Handball in den USA populär zu machen“, sagt Esch gegenüber dem Handelsblatt.

Die erste Etappe, berichtet der 65-Jährige mit stolzer Stimme, sei erfolgreich bewältigt: „Seit 14 Tagen bin ich Präsident des US-Handballverbandes.“ Esch, laut eigener Aussage einst Torhüter im Feldhandball beim Turnverein Weingarten, vermittelt am Telefon den Eindruck, die Szene habe auf ihn gewartet: „Die Handballwelt hier atmet auf.“

Na gut, vielleicht nicht die gesamte Handballwelt. Seine Vorgeschichte sorgte für heftige Debatten in den wenigen Fan-Foren. Das US-Olympia-Komitee versicherte auf Anfrage des Onlinedienstes Handballnews, man habe Eschs Historie in zwei unabhängigen Prüfungen durchleuchtet: „In diesem Prozess war Mr. Esch vollkommen offen und transparent und mehr als kooperativ, wenn es um die Bereitstellung der nötigen Informationen ging.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Esch ist nicht der Erste, der versucht, die USA für Handball zu begeistern

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