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13.05.2008 

Vor eineinhalb Jahren habe ihn ein Freund auf die trostlose Lage des US-Handballs angesprochen: „Als guter Deutscher habe ich dann natürlich sofort gefragt: Wo sind die Strukturen? Wo ist der Verband?“ Es war wenig vorhanden. Das Nationale Olympische Komitee organisiert lediglich die drittklassigen Nationalmannschaften. Esch will nun alles aufbauen auf einem Treffen aller Interessengruppen vom 13. bis 15. Juni in St. Louis.

Esch ist nicht der Erste, der versucht, die USA für Handball zu begeistern. Die großen Anstrengungen des Weltverbandes IHF sind allesamt kläglich gescheitert. Das Problem: „Team Handball“, wie der Sport in den USA heißt, ist dort so exotisch wie Boßeln. Der Deutsche glaubt dennoch an seine Chance: „In der Sommerpause stehen die großen Basketball-Arenen leer“, man müsse nur die Besitzer und Investoren überzeugen, dann Handball spielen zu lassen: „Das stößt auf erhebliches Interesse.“

Eschs Partner Dennis Berkholtz, 1972 Spieler der US-Mannschaft bei den Olympischen Spielen von München, kalkuliert mit acht Millionen Dollar, um für zwei Jahre eine Profiliga an den Start zu bringen, bestückt mit europäischen Spielern: „Die deutschen Spieler sollen eine Mannschaft in New York stellen, die polnischen eine in Chicago“, sagt Berkholtz. Esch meint, acht Millionen Dollar reichen nicht. Das sei nur ein Anfang.

Die Frage ist, wer so viel Geld investiert. Handballsponsoren aus Europa, erklären Berkholtz und Esch unisono. Vor allem Geldgeber aus dem Kernmarkt Deutschland: „Wenn wir hier die nötigen Strukturen geschaffen haben, werde ich meine Bemühungen nach Deutschland und Europa richten“, sagt Esch. Adidas, Nike und Puma wolle er zuerst ansprechen.

Ob die angesichts seiner Vergangenheit ein solch riskantes Investment eingehen, erscheint nach Lage der Dinge unwahrscheinlich. Esch indes versichert, er selbst wolle mit dem Handball kein Geld verdienen: „Handball ist für mich kein Geschäft, Handball ist mein Hobby.“

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