0 Bewertungen
22.02.2008 

Schwedhelm und Feigen aber schweigen dazu. Sie arbeiten nach dem simplen Prinzip: Je weniger sie sagen, desto weniger ist ihr Mandant in den Medien. Der Mann, der noch bis vor kurzem als Unicef-Chef gehandelt wurde und in einer Post-Mitarbeiterzeitung von der Verantwortung der Manager schwadronierte, hat beide dazu verdonnert. Keine Stellungnahmen, keine öffentlichen Auftritte, Maulkorb gegenüber der Presse. Denn der Name Zumwinkel klebt momentan wie Spucke am Kragen der Verteidiger. Wann immer sie in den Medien auftauchen, ist dieser hässliche Fleck zu sehen.

Dabei ist Schwedhelm einer, mit dem man gerne redet. Und Feigen einer, der gerne redet.

Sie sind Antipoden, optisch wie fachlich. Strafverteidiger Feigen (58) ist ein bulliger Typ, Ringernacken, Abwehrhaltung, trotz feinem Zwirn kann er schnoddrig sein, wenn es sein muss. Schwedhelm (52) dagegen, der Steuerexperte, ist kleiner, drahtiger, zugänglicher.

Ein Entspannter ist Schwedhelm in der an Aufplusterern nicht armen Zunft. In der Branche ist der Porschefahrer und Hobby-Golfer nicht als Abschläger bekannt, sondern eher als „Putter“. Im Hintergrund wirken, lieber heimlich verhandeln als öffentlich streiten, dass ist der Ruf, den die Kanzlei Streck Mack Schwedhelm zu verteidigen hat, in der noch immer an erster Stelle der weithin bekannte Steuerfachmann Michael Streck steht. Hinter dem Patron aber hat sich Schwedhelm etabliert, seit knapp 20 Jahren einer der Partner.

Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Schwedhelm, der immer für die 2004/2005 von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzte Amnestie von Steuerflüchtlingen geworben hat, nun den wohl prominentesten Fall der Ignoranten zu verteidigen hat. Zu hören ist, dass die Anwälte selbst sprachlos waren, dass Zumwinkel die Amnestie offenbar nicht genutzt hat. Ermittler machen sich ihren eigenen Reim darauf: „Das ist die Arroganz des Geldes“, sagt einer. „Der hat gedacht, er ist unangreifbar“, sagt ein anderer.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Fachmänner am Werk

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ende eines traurigen Kapitels  Artikel in Merkliste

21.08.2008, 15:42 Uhr von Nicole Bastian

Manche Zahlen muss man in Relation sehen: Zwischen einhundert und zweihundert Millionen Euro hat die KfW noch für ihre gut 90 Prozent an der IKB bekommen. Genau wollen das Bund, KfW und Käufer Lonestar nicht sagen. Und das ist letztlich auch egal, denn an der Relation ändert es nichts. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Zurück zur Integration  Artikel in Merkliste

21.08.2008, 11:09 Uhr von Mark C. Schneider

Die Einigung zwischen Continental und Schaeffler war überfällig. Sie ist gut für den Standort, die deutsche Autoindustrie und die Arbeitnehmer. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige