Über Schwedhelm und Feigen sagen sie, dass da absolute Fachmänner am Werk sind. „Das sind ganz hochkarätige Leute, sehr qualifiziert“, heißt es in der Bochumer Staatsanwaltschaft, die federführend ist im Steuerskandal. Ansonsten hält man sich dort mit Bewertungen zurück. „Kooperativ“ seien die bisherigen Zusammentreffen im Fall Zumwinkel verlaufen. Der hat bereits „ein Vielfaches“ des angeblich hinterzogenen Betrages von einer Million Euro bei den Finanzbehörden hinterlegt.
Im Gegensatz zu Schwedhelm gilt Feigen eher als Liebhaber der schweren Eisen. Das „Manager-Magazin“ hat ihm den Titel „der Zupacker“ verliehen und ordnet ihn unter die Top Ten der Strafverteidiger ein. In der Branche wird er aber auch schon mal als „Hitter“ bezeichnet, als jemand, der weit abschlägt, manchmal zu weit. „Der kann gut draufschlagen – aber auch gut schaumschlagen“, witzelt ein Berufskollege.
Was nicht heißen soll, dass Feigen nicht gefragt ist. Er hat sein Handwerk in der renommierten Bonner Kanzlei Redeker Dahs gelernt, seine Mandantenliste ist lang, viele bekannte Namen stehen darauf. Er berät den Ex-Siemens-Finanzvorstand Karl-Hermann Baumann in der Schmiergeldaffäre, er hat Bayer im Lipobay-Skandal vertreten ebenso wie die Deutsche Bahn im Prozess um das Zugunglück von Eschede. Auch der frühere Chef der Vulkan-Werft, Friedrich Hennemann, nahm Feigens Hilfe in Anspruch.
Mit Mandantennamen tut sich Schwedhelms Kanzlei hingegen schwerer. Selbst innerhalb der Sozietät gilt noch immer das von Seniorpartner Streck eingeführte System, das da lautet: Mandantennamen nie aussprechen, immer nur den ersten Buchstaben nennen. Wie viele „Zs“ derzeit zu versorgen sind, ist nicht bekannt. Aber auch so dürften momentan alle wissen, wer gemeint ist, wenn es mal wieder heißt: „Herr Z. ist am Telefon.“
